Ratz-Fatz-Rezis von Andreas Hüttig
London
Enginge Builder bei dem man in London Stadtteile entwickelt und eine schwierige Balance zwischen Krediten, Armut und Fortschritt finden muss. Stimmig aufbereitet, interessante Mechaniken, mal wieder ein sehr gutes Spiel das Darren Rae da gefunden hat: 8/10
Gierige Goblins
Wildes Echtzeit-Rumstöbern in Plättchen um Minen zu füllen und seine Goblins geschickt zu platzieren, aber aufpassen, etwas Dynamit dabei haben ist gut, zuviel führt zu Unfällen! Und Helferkarten gibts auch noch.
Nettes Einsteigerspiel von Richard Garfield (dem Erfinder von Magic), die Runden sind kurz und kurzweilig: 7/10
Voodoo Prince
Stichspiel bei dem man eigentlich keine Stiche will...obwohl eigentlich schon, denn gar keine zu haben ist am Ende auch schlecht. Aber früh geben sie den Gegnern Punkte.
Wer schon zu viel Wizard, Half-Pint-Heroes und Co. gespielt hat und neue Stichspiele sucht sollte sich das mal ansehen, wer oben genanntes noch nicht gespielt hat, kann aber auch zugreifen: 7/10
Castle Panic
Kooperatives Orcs wegmachen bevor sie die Burg erreichen. Karten werden getauscht und eingesetzt, die Gegner aus nem Beutel gezogen und per Würfel platziert.
Bisher nur "nett", es gibt aber noch Addons die das ganze wesentlich verbessern sollen. Ich bin gespannt. So gibts "nur" 6/10
Aargh! Tect
Zwei Teams gegeneinander, der Teamkapitän kriegt ne große Keule, hampelt rum und grunzt um irgendein Bauwerk von seinen Gehilfen vollendet zu kriegen. Macht man was richtig, gibts nen klaps mit der Keule, macht mans falsch kommen zwei. Wer zuerst fertig ist gewinnt. Großartiges Spiel für Parties und mit Alkohol, müssen wir aber auch auf jeden Fall mal im Brettspielcafe testen 
Viel zu lachen, direkt gefördert vom Spiel: 8/10
Vienna
Würfel einsetzen um Majoritäten zu kriegen und am schnellsten das Siegpunktziel zu erreichen. Irgendwie wie Kingsburg nur schlechter: 6/10
Dynasties
Karten ausspielen um Aktionen zu nutzen und mit Hilfe von Adeligen und Waren die eigenen Familienmitgliedern in wichtigen Positionen im europäischen Adelszirkus zu platzieren. Die Mechanik funktioniert gut, das Thema kommt trotzdem durch, mittelschweres Euro: 7/10
Wikinger 878 A.D.
Die Wikinger kommen und die Engländer rüsten sich. Während die Wikinger immer in Horden kommen und Landstriche verwüsten, versucht man als Engländer das ganze einzudämmen und hinterher zurückzuerobern.
Wir habens zu viert gespielt, aber eigentlich würde ich behaupten es ist eher ein Zwei-Spieler-Spiel. Thematisch und Mechanisch solide, wunderbar asymmetrisch, nicht all zu viele Regeln aber dennoch ausreichend strategische Tiefe: 7/10
Nusfjord
Worker Placement um Fischfang und Gebäudebau. Als typisches Rosenberg mal wieder viel zu wenige Worker, untypisch für Rosenberg: Das Spielmaterial lässt zu wünschen über. Die Fische sind klein, das Geld ist WINZIG (siehe meinen Rant). Trotzdem immer noch 6/10
Chaos in der alten Welt
Die Chaosgötter der Warhammer Fantasy Welt streiten sich darum wer die Welt zuerst untergehen lässt. Tolles Area Control Spiel mit asymmetrischen Parteien die vom Quellmaterial her gut eingefangen wurde. Die Spielmechanik funktioniert auch gut, auch wenn es zumeist eher taktische als strategische Entscheidungen gibt. Greift zu, solange es noch Restposten gibt, FF hat die Warhammer Lizenz nicht mehr! Wirklich tolles Spiel und gerne immer wieder: 8/10
Mombasa
In Kolonialarmeen investieren, Kaffee, Bananen und Baumwolle handeln, die Armeen auch noch kontrollieren und am Ende gibts nen riesen Punktesalat. Ein Brain-Burner an dem wir zu viert mit Erklärung fünf Stunden gesessen haben, aber die Zeit verging wie im Flug: 8/10
Dam it!
Centuries in weniger komplex, dafür Einsteigerfreundlich und super zügig. Eine Partie dauert 20 Minuten und man steht trotzdem immer wieder vor schwierigen Entscheidungen. Für einmal wars toll, langfristig könnte es mich wohl unterfordern: 7/10
Deckscape - Der Test
Ein Escape Room in einem Kartenstapel wo man gemeinsam Rätsel löst und gegen die Zeit kämpft. Die Rätsel waren von einfach bis knifflig, aber definitiv alle lösbar (auch wenn wir zwei Fehler gemacht haben, die wir hinterher glücklicherweise noch streichen durften) und wenn man gut durchkommt ist es in ner Stunde geschafft. Leider wie immer nur einmal spielbar, dafür kostentechnisch auch recht angenehm und man muss nichts zerstören. Spiel ich nie wieder (;D) aber würds durchaus weiterempfehlen: 7/10
This War of Mine
Ein Spiel das zwar keinen Spaß macht, aber trotzdem großartig ist. Es berührt einen (wenn man sich darauf einlässt), zwingt einen immer wieder vor moralische Fragen, ist gemein, deprimierend und hat hunderte schlimmer Geschichten zu erzählen. Mit mehreren spielt man trotzdem nur das "Solo Spiel", aber die Diskussionen, Entscheidungen und Ausschmückungen lassen mich das trotzdem für 2-3 Leute locker empfehlen. Wahnsinnig tolles Spiel: 9/10


https://www.facebook.com/groups/brettspielenkoeln/permalink/1466562036799721/

Beitrag von "dasHü":
Gestern abend hab ich mit Till und Wolle Nusfjord gespielt. Mit Rosenberg hab ich so ne Hassliebe, weil auf der einen Seite die Spiele viele Optionen ermöglichen und auf der anderen Seite man irgendwie nie auch nur halbwegs genug Aktionen hat und mindestens die Hälfte seiner Spiele jede Menge Upkeep-Aufwand haben.
Nusfjord ist da irgendwo in der Mitte. Mal wieder viele Optionen und Upkeep-Aufwand ist da, aber relativ straight forward, weil man nur Fisch verteilt und jeder seinen eigenen. Das fand ich durchaus erträglich.
ABER
Was so absolut gar nicht geht ist die Materialqualität der Ressourcen.
Das Holz ist ok. Ein paar mehr "5 Holz" Marker wären gut gewesen, aber da wir nur zu dritt gespielt haben gings (es gab für jeden einen).
Die Fische sind...klein. Dafür, dass man ständig mit ihnen rumhantiert, das meiste immer nur einen Fisch braucht, man gerne 10 oder mehr hat und ein Gebäude 25 braucht...wäre ein bißchen größer echt gut gewesen. Das wurde noch schlimmer, weil wir auf dem Klapptisch mit den Rillen gespielt haben wo ständig Fische durchfielen.
Und das Geld GEHT GAR NICHT! Die 1 Gold Münze ist ein Papp-Marker der 1-2mm dick und 3-5mm im Durchmesser ist. Durchs Ausstanzen sind sie an einer Seite auch noch schön abgerundet, so dass man die weder vom Spielbrett, noch von der Lagerscheibe und erst recht nicht ausm Spielkarton (wo wir die Resourcen gelagert haben, damit nicht alles durch die Rillen fällt) aufgenommen kriegt. Ich bin ja ziemlich faul und auch leidensfähig was gewisse Unannehmlichkeiten angeht, aber das war mir zuviel. Irgendwann bin ich aufgestanden, hab mein Pioneers geholt und wir haben die Münzen daraus benutzt. Am Nachbartisch wurde Battle for Rokugan gespielt und als ich nach dem Spiel rüber ging und mich beschwerte, kam erstmal Gekicher weil ich mich so übers Geld aufregte. Ich also zur Packung, eine Münze gehlt und gezeigt und allen fällt die Kinnlade auf den Tisch. Jap, das Geld ist wirklich so beschissen klein wie ich sage.
Das Spiel kostet momentan über 40€...und dann so ein Spielmaterial-Schnitzer. Das ist schon Terraforming Mars Level ärgerlich.
Warum ist man bei Fisch und Holz nicht den selben Weg wie "Auf den Spuren von Marco Polo" gegangen und hat kleine und große Fische/Holz? Warum nimmt man nicht die fast schon standardisierte Mindestgröße von 2cm für die Münzen?
Wenigstens lässt sich der dickste Schnitzer mit ein paar Pappmünzen für ein paar Euro beheben und man muss nicht Acryloverlays kaufen die so teuer sind wie das ganze Spiel.


Michael: Die Pappmünzen sind so winzig und dann noch konisch, also schräg ausgestanzt (ich weiß gar nicht wie das funktioniert) das man sie auch mit Fingernägeön nicht vom Tisch bekommt und die immer wieder abrutschen, so heftig, dassich sie als unspielbar bezeichnen würde. Ich würde mir den Spaß machen und die beim Verlag als "defekt" reklamieren. :-)

Die deutsche Spielautorenlegende Uwe Rosenberg hat in unserer Spielgruppe geantwortet, der "Fehler" wird behoben. :-)




This War of mine kannte ich als Computer und Konsolenspiel. Und irgendwie ist Spielspaß für dieses Spiel das falsche. Das Spiel ist bedrückend und deprimierend. Man muss seine Charaktere im Krieg klar kommen, nicht heroisch als Soldaten, sondern als Zivilisten, die einfach nur versuchen in den Ruinen zu überleben.

Das "Spiel" wurde auch als Brettspiel umgesetzt, und mit Andreas hatte ich es im Spielcafe als Absacker zumindest mal aufgebaut und die ersten Spielzüge gemacht.

Andreas hat es nun weiter gespielt und schrieb:

Letzte Woche Dienstag gegen 22 Uhr ausgepackt, aufgebaut...und dann schnell gemerkt, dass alle doch zu platt waren für so ein Kaliber.
Gestern dann mit Julia Versuch Nummer zwei angegangen und wir sind immerhin bis zum Morgen des dritten Tages gekommen ... bevor wir verloren hatten.
Bei dem Spiel gehts darum kooperativ Überlebende in einer belagerten Stadt zu spielen wo Straßenkämpfe an der Tagesordnung sind und Mangel in der Bevölkerung an einfach allem herrscht. Essen, Wasser, Brennmaterial, Baumaterial, Waffen, Medizin und auch mal Luxusgüter wie Kaffee, Tabak oder Alkohol. Die 1-4 Überlebenden werden gemeinschaftlich von den Spielern gesteuert und eigentlich ist es egal ob man es allein oder mit fünf anderen spielt, mechanisch ändert sich nichts. Weswegen es wohl in kleineren Gruppen aus 1-3 Personen am besten läuft.

Wobei, eigentlich ist das weniger etwas das auf Spielmechaniken baut, sondern eine erlebte Geschichte auf die alles hinarbeitet. Die traurigen Schicksale der Überlebenden, die harten Entscheidungen die es zu treffen gilt und die gnadenlosen Folgen, quasi egal wofür man sich entscheidet.

This War of mine ist mindestens soviel Kunst wie Spiel. Traurige Anti-Kriegs-Poesie eingefangen in Karten, Würfeln und Miniaturen. Und in dem Story-Buch, dass mit seinen paar tausend Abschnitten das Spiel immer wieder anders macht.
Die Regeln sind nicht perfekt...müssen sie aber auch nicht sein. Die Einführung ist etwas holprig (erfahrenen Spielern würde ich definitiv empfehlen erstmal das komplette Tagebuch (so heißt das Regelheft) und die erste Seite im Skrpt (das Story-Buch) zu lesen) aber holt auch Spielneulinge ab.
Alles in allem toll gemacht und das Brettspiel kann stolz neben dem Computerspiel stehen und seine Daseinsberechtigung behaupten.


Ich geb mal noch keine Wertung ab, aber bisher steuert das sehr Richtung 9-10 Punkte.


Liane schrieb: 
Heute steht wieder This War of Mine auf dem Programm. Dieses Mal aber mit voller Ladung Kinder, Katze, Herz der Stadt und anfänglich keine Nahrung. Ja es ist ist düster aber auch super spannend und überraschend Komplex. Man sollte sich nicht abschrecken lassen durch Meinungen anderer, selbst ausprobieren ist hier angesagt! Dem einen liegt sowas dem anderen ist es zu hart, uns persönlich hat es sofort gefallen. Wir stehen auf sowas generell und spielen auch Winter der Toten 1&2 oder Zombicide sehr gerne. Aber tatsächlich hängt das Spiel einem nach, man denkt ständig, ach wenn ich die Nahrung anders verteilt hätte oder eher ein Wasserbecken gebaut hätte....... ! Ich habe sogar davon geträumt. Nichtsdestotrotz geil, tiefgründig, emotional, Herausfordernd, traurig und wie ich finde realistisch. So oder so ähnlich könnte es aussehen wenn solch ein Fall eintreten würde. Verzweiflung treiben Menschen zu den hässlichsten Dingen!

David schrieb:
Ich finde, der Vergleich mit "Winter der Toten" und "Zombicide" hinkt, da es sich bei "This war of mine" um ein sehr reales Setting und Thema handelt. Das ist vermutlich auch der Grund, der viele abschreckt. Habe das Brettspiel noch nicht gespielt, aber wenn es dieselbe Intensität zu vermitteln mag wie das PC/Konsolen Spiel, dann ist das schon harter "Tobak"........fand das beim Konsolen Spiel irre, fast schon beängstigend wie es das Spiel geschafft hat eine einzigartige Atmosphäre aber auch Verbundenheit mit den Charakteren zu erschaffen.

Elisabetta kommentierte:
Ich habe heute die erste Tag/Nacht Phase gespielt und bin begeistert. Schneller Einstieg und sehr spannend. Für mich ein Highlight, neben Gloomhaven, 7th Kontinent, KDM.
Videospielrezension

http://www.gamestar.de/artikel/this-war-of-mine-im-test-ein-echtes-antikriegsspiel,3080365.html

Brettspiel Unboxing (Vorsicht enthält winziges Minispoilerchen!)
https://www.youtube.com/watch?v=JtSVzAslcaM

Hier eine Brettspiel Rezension von Peter, dessen sachliche Kritiken ich sehr schätze, und oft teile, aber halt nicht immer. Peter fand mein Lieblingsspiel Scythe doof. :-)
https://peterrustemeyer.wordpress.com/2017/11/12/angespielt-this-war-of-mine/


Das Spiel aber polarisiert anscheinend. :-)

Markus schrieb: 
This War of Mine – Eine Enttäuschung in Hochglanz

...will ich This War of Mine eigentlich trotz meiner Enttäuschung noch gar nicht abgeben. Stattdessen wünsche ich mir diesem Spiel ein paar gute Freunde. Und wenn diese Freunde ähnlich empfinden wie ich und sich vielleicht ein bisschen Mühe machen, könnten die sich ja vielleicht die ein oder andere Modifikation ausdenken. Vielleicht schafft es der Freundeskreis mit einigen Hausregeln und basierend auf dem ganzen Material welches der Schachtel beiliegt, ein deutlich zugänglicheres und intuitiveres Spiel zu entwickeln. Zu Wünschen wäre es diesem echt spannenden Thema zumindest mal. Gerade dem Bereich Brettspiel tut ein ernstes Thema verbunden mit einer kulturellen Debatte sicherlich ganz gut. Sollte das nicht passieren, so gratuliere ich Awaken Realms trotzdem an dieser Stelle: Ohne Anpassungen stellt This War of Mine – Das Brettspiel wahrscheinlich mit seinem 700.000 Euro-Funding die teuerste Werbekampagne für ein 20 Euro Videospiel aller Zeiten dar...https://spielkinderessen.wordpress.com/2018/01/09/this-war-of-mine-eine-enttaeuschung-in-hochglanz/



Mein Lieblings-Jens ludt mich wieder zu unserer Zweierunde ein. Wir machen dies seit Jahren bereits, treffen uns nur zu zweit, manchmal gehen wir etwas essen, manchmal fahre ich zu ihm, oder wir sitzen bei mir im Garten und testen ganz in Ruhe neue Spiele.

Alter ab 12 Jahren
Es kommt nicht oft vor, aber wenn Jens mal ein Spiel doof findet, sagt er es, wir brechen dann ab, wir reden sachlich darüber was an dem Spiel
nicht gefällt, alles völlig harmonisch.

Wir unterbrechen uns nicht beim Regeln  erklären, wir können beide Regeln erklären, und auch das Spielen selbst und die Kompromisse und Korrekturen, welche man oft beim
erstmaligen Spiele antesten machen muss, es ist
einfach stets angenehm.

Jens und ich sind völlig unterschiedliche Typen, und trotzdem, oder gerade deswegen, ist das ist mit Abstand meine am meisten entspannte Spielrunde, um neue Spiele anzutesten.

Diesmal gabs Yokohama auf den Tisch. Das Regel erklären dauerte nur wenige Minuten. Ich habe sofort die Ähnlichkeiten zu dem Spiel Istanbul erkannt, so viel es nicht schwer sich ins Spiel herein zu finden.

Es ist aber kein Plagiat von Istanbul, es ist eher eine komplexere Version, die Istanbul nicht mal mit allen Erweiterungen erreicht. Ich mag Istanbul sehr, hörte mich nach der Testpartie  sagen: "Das würde ich sofort gegen all meine  Istanbul Schachteln eintauschen!".

Großer Unterschied ist, man muss seinen Weg, den sein Pöppel auf den Karten laufen möchte, vorher mit Assistenten vorbereiten. Und um so mehr Assistenten um so mehr Kram und Aktionen kann man machen. Alleine dieser Unterschied, macht das Spiel schon um einige Denkecken anspruchsvoller.

Mitspieler 2-4, Spieldauer, ca 1,5 Stunden 
 Und dann ist die Schachtel auch noch voll mit  Zeug. Von allem ist mehr da. Es gibt mehr zu  gucken, vielmehr zuplanen, und ich verstehe  manche Kritik, das es hier bei Ewiggrüblern zu  Downtimes kommen kann, weil man gar nicht alles beachten und berücksichtigen kann.

Jens war ich hingegen am Ende schon zu schnell  fertig mit meinen Zügen. aber zu zweit wird auch  kleiner aufgebaut.

Ich freue mich auf meine nächsten Partien mit mehr Spielern. Es ist etwas komplexer als Istanbul, aber doch unterschiedliche genug das man beide besitzen kann. Bei mir löst die durch die Komplexität übersehenen Möglichkeiten aus, das ich es sofort nochmal spielen möchte.

Rezension 




Kennt ihr das, wenn ihr im Kollegenkreis ständig über Brettspiele und Kartenspiele redet und nur unverständliche Blicke erntet? Wenn alle einen anschauen, als wäre man irgendwo in der frühen Pubertät stehengeblieben, wenn man vom heldenhaften Kampf der Zwerge gegen die vorrückenden Orks und Trolle redet, oder fasziniert von der Suche nach den Edelsteinen in den Höhlen bei Diamant berichtet? .... ich nicht! Meine Kollegen sind - zumindest teilweise - mittlerweile angesteckt und gestern abend fand der zweite Spieleabend im Meetingraum unseres kleinen Instituts im Chemiepark statt.

Der erste Spieleabend war ein Test - ein Montagabend im November mit einem Beutel voll Spiele, von denen dann in 7er-Runde "Agent Undercover" und "Saboteur" gespielt wurde. Kurz darauf kamen dann die Rückfragen: "Wann machen wir das nochmal?"

Gestern war es dann so weit, die zweite Runde konnte starten, auch wenn wir diesmal nur fünf Mitspieler waren. Auch diesmal war der Beutel gut ausgestattet - von kleinen Kartenspielen wie Druids, Gier und The Game bis zu Majesty, Dice Town und Outlock! war einiges dabei - nicht zu komplex, sollte ja nur ein Spaß nach der Arbeit werden. Recht schnell fiel die Wahl allerdings auf das komplexeste der mitgebrachten Spiele: Flash Point - kooperatives Feuerlöschen mit den von Stefan wundervoll bemalten Miniaturen. Bevor wir uns allerdings an die Aufgabe machten, Personen aus einem brennenden Inferno zu retten, brauchten wir einen kleinen Anheizer: Paku Paku. Fünf Leute begannen also, hektisch Würfel zu werfen und zu schieben sowie Teller und Schalen zu stapeln, um nur möglichst kein Paku Stop zu hören und Minuspunkte einzusammeln. Das Spiel kam in dieser Runde genauso gut an wie bei meinen Kids und wird wohl seinen Platz auf dem Einkaufszettel von A. finden. Danach dann aber in die Uniformen und auf zum brennenden Haus (Anfängerszenario). Alle Brände wurden souverän gelöscht, alle Bewohner des Hauses gerettet - das alles mit einem ungeheuren Würfelglück, was dem Spaß aber keinen Abbruch tat.

Und nun? Was macht man mit dem angebrochenen Abend? Klar: King of Tokyo auf den Tisch und dann auf zum großen Monsterkloppen. Anfängliches "Häh!" wurde durch verstehendes Grinsen abgelöst, die Monster auf Tokyo losgelassen. In einem Zug knallt E. dann A. und C. raus, bleben der andere A. und ich übrig - und ich werde kurz danach auch noch gekickt. Gewinner wurde der zwei A., nach Punkten! Und wo wir schonmal in Japan sind: Zwei Runden Sushi Go! runden das Ganze Happening kulinarisch und spielerisch ab - und auch das ein Treffer.

All in all ein wunderbarer Abend unter Kollegen und das nächste Meeting wird sicher in nicht allzu ferner Zukunft stattfinden.

P.S.: Eigentlich hätte ich über diesen Abend gar nicht geschrieben, aber E. freute sich so auf den Bericht in der Brettspielgruppe ;)

Ein Beitrag von Markus Michael

Gestern gab es ne Runde Tulip Bubble bei uns - ein 
Versteigerungsspiel rund um den Tulpenhandel des niederländischen 17. Jahrhundert. Ähnlich der aktuellen Bitcoin-Blase oder der Dotcom-Blase vor einiger Zeit spekulierten die Menschen damals auf die rasanten Wertsteigerungen ihrer Waren. In Holland waren es zu der Zeit Tulpen, deren Zwiebeln teilweise zum Wert eines Jahreseinkommens gehandelt wurden.

Es gibt bei Tulip Bubble verschiedenartige Tulpenfarben, jede noch in unters
chiedlichen Variationen. Die Spieler versuchen in Konkurrenz mit den anderen Spielern diese Tulpen zu ersteigern. Sowohl ein Zufallsereignis pro Runde als auch die Verfügbarkeit einzelner Farben manipulieren den Preis, also sinkt dieser bei vielen Tulpen einer Farbe in der Auslage und er steigt bei geringer Verfügbarkeit.


Dadurch das man somit also gezielt die Marktpreise manipulieren kann, lässt sich schnell der Besitzwert der anderen Spieler in den Keller crashen. Hat man seine eigenen Besitztümer auf einem für sich lukrativen Niveau lassen sich die Tulpen wieder verkaufen - entweder einzeln zum aktuellen Marktpreis an die Bank oder an eine Auswahl verschiedener Händler. Die Händler kaufen die Tulpen zwar nur in Sets mit bestimmten Bedingungen, vergüten diesen Deal dafür aber mit einem satten Bonus.
Bei unserer Partie zu dritt waren sowohl mein Bruder als auch ich angetan, aber wir mögen eh so Spiele. Viel interessanter: Der dritte im Bunde, eigentlich ein absoluter Nichtspieler, war auch zufrieden. Bei ihm war es eher der spekulative Aspekt, der einen Reiz ausübte. Spielbar ist es von 3 bis 5 Spieler, Dauer ca. 1 Stunde.

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