Fotos von Anuschka Hartmann
Dies ist ein Experiment!

Spiele sollte man mindestens in jeder möglichen Spieleranzahl gespielt haben, um überhaupt beurteilen oder gar verurteilen zu können, ob ein Spiel etwas taugt. Tue ich normalerweise auch.

Da es aber immer mal wieder die Diskussion gibt, wie angeblich journalistisch mies so mancher Rezensionist rezensioniert, versuche ich es nun mal genau andersherum und stelle es von den Füßen bewusst mal auf den Kopf.

Ich erstelle einen Artikel eines Spieles, welches ich weder gespielt, noch die Anleitung gelesen, kein Video geschaut, keine Rezi gelesen und nicht mal die Schachtel gesehen habe, und zwar in unter 100 Sekunden. Dazu vermische ich dreist per copynpaste die kurzzeiligen Adhoc-Antworten von Auschka, Marc und Alex auf meine Frage  und deren Fotos aus einer Facebookdiskussion. Dies wird einer Hommage und ich bedanke mich bei den dreien!
Hier der Link zur Originaldiskussion:

Ich mache noch ein zweites Experiment.
Nehme ich nämlich sachliche Überschriften zu meinen Artikeln, habe ich im manchmal nur 100 Views , denke ich mir völlig verblödete Clickbait Überschriften aus, sind es manchmal über 7.000 Leser!

edit: Diesmal ist die Überschrift des Artikels aber Programm! Das Experiment funktioniert. Da ich nicht wusste ob die drei überhaupt öffentlich genannt werden wollten, hatte ich es zuerst bei den Vornamen belassen. Selbst Recherche und Klärung der Nutzungsrechte benötigen allein mehr Zeit als nur 100 Sekunden. Hundert Sekunden lässt man sonst jemand mindestens Zeit zum antworten. Also das sollte man auf gar keinen Fall machen!  Auch dies fiel unter den Zeitdruck des Experiments "Wie man es nicht machen sollte!".  Bei den dreien habe ich mich darauf verlassen, dass sie Ihren Kram öffentlich in meine Gruppe gepostet hatten. Anu durfte ich für die Fotocredits in die Öffentlichkeit zerren.

Momentan fixt mich meine 100 Sekunden Idee total an. Ich rühre also nochmals ziemlich offensichtlich die Werbetrommel. Hier gehts zu unserem kommenden 100 Sekunden Videoprojekt! http://www.brettspielen.koeln/2018/11/100-mal-100-mal-unter-100-sekunden.html

Btw, ich brauche noch ein Spiel welches man in exakt 100 Sekunden spielen kann!

Foto von Anuschka Hartmann

Captains of the Gulf

(2-4 Spieler, ca. 2 Stunden, Ab 12 Jahre)
Endlich mal nach zig Varianten von immer dem selben Thema Wikinger, Zombies, Raumschiffe, und Ackerland mal ein neues frisches Thema. Es geht um Fischfang! Das schreckt so manchen Veganer ab, lockt aber die Hobbyangler!

"Das Spielmaterial ist sehr schön und das Spiel hat einige gute Mechanismen, welche man teilweise durch andere Spiele von Spielworxx bereits kennt. Captains of the Gulf nutzt ähnlich aufgebaute Aktions-Karten wie La Granja."

Bei einem guten Spiel wie La Granja kopiert, ist besser als schlecht gemacht, und Spielworxx macht ja keine schlechten Spiele, oder?

Foto von Anuschka Hartmann
"Wir fanden den Verlauf des Spieles etwas eintönig. Es gibt nur eine Möglichkeit zu Punkten und dieses wiederholt sich in der gleichen Reihenfolge immer wieder. Geld- und Aktionsmangel sowie Kartenglück (und Pech) führen dazu, dass man wirklich harte Entscheidungen treffen muss und nur wenig Investitionen umgesetzt werden können - wie das eben so ist in der Fischereiwirtschaft: das ist ein hartes Geschäft."

"Ob das spielerisch nun Spaß macht? Hm."

"In der gestrigen Runde ist ein Spieler aus einem anfänglichen Tief über sicher mehr als 30 Aktionen nicht mehr rausgekommen. Wenn man Anfangs nicht schnell an Geld kommt hat man es sehr schwer. Varianz im Spiel ist wirklich wenig. Ein Problem ist auch, dass man in der ersten Hälfte mehr Bonusaktionen ausführen möchte aber nur eine pro Runde ausführen kann. Später, wenn man sie nicht mehr wirklich braucht bekommt man einen zweiten Marker und kann zwei pro Runde ausführen. Er lag aber dann auch schon sehr weit hinterher, so dass es nicht mehr wirklich was genutzt hätte."

Foto von Anuschka Hartmann
"So hat dann der Spieler mit der günstigen Starthand gewonnen. Ggf. wäre es sinnvoll, die Starthand zu draften, aber das sieht die Anleitung nicht vor. Hinzu kommt: Teils fragliches Regelwerk und eindeutig zu wenig Markierplättchen."

"Enormes Ziehglück, keine Variabilität, dadurch wenig unvorhersehbare Interaktion."

"Für ein abschließendes Fazit müsste ich es nochmal spielen.  Allerdings bin ich nach der ersten Partie eher enttäuscht als begeistert." "Ein Mitspieler sagt, er muss es nicht unbedingt noch mal spielen."

So... 117 Sekunden, ich musste die Fotos noch hochladen. Die Zeit für die Korrektur von Tippfehlern Und Layoutproblemen spare ich mir ja eh immer.

Man bekommt eine Rezi und einen Verriss also in knapp 2 Minuten hin, ohne zu wissen worüber man überhaupt redet. Urteilt selbst, ist solch eine Info nun völlig wertlos? Kann man sie von der üblichen Machart  unterscheiden?

Das Spiel kann gut sein, wie gesagt ich kenne es nicht. Es hat 8/10 Punkten bei BGG und wäre damit eher ein Knaller. Zig meiner Lieblingsspiele haben deutlich weniger bei BGG bekommen. Kann man BGG immer trauen? Das Spiel ist neu, wie wenig Spielervotings (jetzt sind es gerade mal 33) genügen eigentlich die öffentliche Meinung mit solch einem Rating zu verzerren?

Es folgt evtl. ein zweiter Artikel mit den unerwarteten Ergebnissen!

Zuerst werden ich das Spiel nun versuchen mehrfach in mindest,- und maximaler Spieleranzahl zu spielen. ;-)

https://boardgamegeek.com/boardgame/255455/captains-gulf
Noch ein weiterer YoutubeKanal?
Wozu das denn?

Wir versuchen was neues, Videos in

Zum 100. Jubiläum unseres Kölner BrettspielCafe hauen wir nach und nach  100 Videos raus die alle unter 100 Sekunden sind. Damit wir niemanden vollspammen, tun wir dies immer nur höchstens alle 3 Wochen mal und immer nur drei Videos in einem Beitrag. Versprochen!

Noch ein Versprechen, wir lehnen jede Beeinflussung von Verlagen ab und nehmen keine kostenfreie Rezensionsexemplare an. Die ersten Videos sind noch nett, aber wir werden definitiv auch Spiele verreißen und die Gründe nennen. Werbeartige Lobhudelei gibts in der Branche genug.

Warum 100 Sekunden?
Wir haben uns die Viewzeiten auf Youtube angeschaut.  Die mittlere Zeit bis die User wegklicken liegt bei knapp 2 Minuten. Wir haben auch mit anderen Youtubern und vielen Spielern gesprochen wie sie Videos über Brettspiele konsumieren. Auch die Analysen bestätigen, dass viele oft nur hinten zum Fazit scrollen, und wissen möchte ob ein Spiel gut oder schlecht ist. Erst wenn man es gekauft hat oder spielen möchte, schaut man sich ein halbstündiges Video komplett an. Also hatte ich spontan die Idee, machen wir doch ein Format draus und versuchen in unter 100 Sekunden so viel wie möglich über den Inhalt einer Spielschachtel zu erzählen.


Wir kaufen gern auch gebrauchte Spiele, in der Brettspielen.Köln Gruppe finden blitzschnelle preiswerte Verkäufe und "ab 1 Euro" Versteigerungen statt. Da muss man fix sein, möchte sich schnell informieren und mal nur ein Fazit wissen. Ich hatte auch mein eigenes Nutzverhalten beobachtet. Meist scrolle ich bei den Videos von anderen  sofort bis ans Ende, und möchte nur das Fazit und mal die Pöppel und das Brett sehen.

Außerdem schaue ich oft die Tagesschau in deren "Tagesschau in 100 Sekunden" und finde das genügt mir oft an täglicher Dosis Trump, Erdogan und AfD. Auch weil Videos an der Smartphone Flatrate saugen, ist man für kurze Videos froh.

Was wollen wir zeigen?
Den Inhalt der Schachtel, gerade soviel, das man nicht die Katze im Sack kauft, mit kurzem Statement von uns. Wieviele Mitspieler? Ab wieviel Jahren? Straßenpreis? Gibts ne Erweiterung? Machts Spaß? ect.

Was soll es nicht sein?
Keine Rezensionen, keine Spielerklärung, kein Spielaufbau, keine Strategietipps, die gibts an anderer Stelle schon reichlich. Das können die Kollegen viel besser.

Wir sind völlige Anfänger, gar nicht so einfach, wie man an unseren ersten holprigen Versuchen sieht. Aber wir haben gleich 100 Videos mit 100 Sekunden auf einmal gedreht. Nach 10.000 gedrehten Sekunden und 1000.000 Sekunden zum schneiden bekommen wir hoffentlich etwas Routine. :-)

Lacht uns ruhig aus, wir hatten beim drehen Spaß und uns beim schneiden fast in die Hosen gepinkelt vor lachen... :-)

Hier gehts zu Teil 1
1. Glückliche Adrenalin Trobils in 100 Sekunden!
Glück Auf! - Das große Kartenspiel (BGG 7.2 - 2 bis 4 Spieler, ca. 50-80 min.)

Den Schachtelaufdruck muss man ernst nehmen denn dieses Spiel ist nicht nur eine abgespeckte Version den Brettspieles, sondern ein eigenes Spiel mit dem selben Thema, und es ist tatsächlich groß und braucht sehr viel Platz auf dem Tisch. Zu zwei Spielern war schon unser Esstisch voll an dem wir sonst zu 6 spielen. Mit 4 Spielern wurde es richtig eng auf dem Tisch!
Und das Spiel macht Spaß. Es ist kein Stichspiel sondern man baut mit den Karten ein Brettspiel auf. Quasi den zweiten Teil des Brettspieles. Im Brettspiel fördert man die Kohle aus der Erde, in Kartenspiel transportiert man die Kohle weg.

Rezi: https://www.spieletest.at/gesellschaftsspiel/24235/Gl%C3%BCck-Auf---Das-Grosse-Kartenspiel
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/192945/coal-baron-great-card-game
Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=b_iMgILfq4Q


Adrenalin (BGG 7.2 - 3 bis 5 Spieler, ca 30-60 min.)


Ein Ego-Shooter als Brettspiel so wie man ihn vom Computer Counterstrike her kennt. Jeder hat einen Charakter, man kämpft gegeneinander in einem Dungeon, sammelt Waffen und Munition und ballert sich gegenseitig ab. Wer übrig bleibt hat gewonnen. So einfach ist das. Und doch soviel Spaß macht das. Denn Adrenalin hat keine lange Aufbauphase, es geht sofort los und es zählt jeder gegen jeden, da wird nicht lange gefackelt entweder man drückt ab oder wird abgedrückt. Mehr Interaktion geht nicht. Nichts für Harmoniesüchtige!

Und gerade aktuell ist ein "DLC" rausgekommen!

Rezi: https://www.spielkult.de/adrenalin.htm
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/202408/adrenaline
Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=a_3-QWkMI5s



Askin 4 Trobils (BGG 7.1 - 2 bis 8 Spieler, ca. 15 min pro Spieler)

Der Spieldesigner mag Orange, er mag Möhrenkuchen und Science Fiction Raumschiffe!

Und er mag schnelle Workerplacements ohne große Downtime. Jeder hat zu Beginn nur ein Raumschiff, das bewegt er von seiner Raumstation aufs Runde Spielbrett, und wenn man kein Schiffchen mehr hat ist die einzige mögliche Aktion eine Leeraktion in dem man alle seine Schiffe wieder zurück holt.

Als Aktionsfelder gibts unterschiedliche Rohstoffe, Fallen, Charaktere, oder zusätzliche Raumschiffe. Ist ein Aktionsfeld belegt, "bumpt" man seinen Mitspieler raus und der bekommt sein Schiff und damit eine Aktion geschenkt. Es darf also verhandelt werden, bei 8 Spielern wirds dann schon mal laut und spaßig. Den heimgeflogenen Krempel tauscht man gegen Aufträge und die geben Siegpunkte und in der Galaktischen Mitte auch noch Credits.

Klingt simpel, ist es auch, ist schnell erklärt, lässt sich mit 7, mit beiliegendem Promo mit bis zu 8 Spielern spielen und doch muss man taktieren.

Es sollte noch eine Erweiterung kommen, aber die Spieldesigner verdienen Ihr Geld momentan als Grafiker. Stef ist immer mal mit denen in Kontakt aber man weiß nicht ob da noch etwas kommt.

Rezi: https://www.kickstarter.com/projects/1205300753/asking-for-trobils?lang=de
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/156442/asking-trobils
Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=e7ghD9sIq-w (english)

In drei Wochen dann das "haarige Hitler Shushi!" ;-)


Manchmal helfen Flavourtexte und die einführende Story dabei, sich in die thematische Situation eines Spiels einzufinden und vor allem im Spiel mit Kindern kann damit tatsächlich etwas aufgebaut werden, was Spannung knistern lässt. Die Bilder auf den Karten und dem Spielplan sind häufig aufwändig gestaltet und sollen ebenfalls die Stimmung des Spiels weitergeben - seien es die cthullhoide Bedrohung bei „Arkham Horror“ oder die Macht der Zaubersprüche bei MAGIC. Andere helfen sich mit einem thematischen Soundtrack, der bei einigen Escape-Room-Spielen via App gleich mitgeliefert wird. Doch kann man das auch bei einfachen Kartenspielen erreichen?

Story vs. Mechanik

Die Story hinter dem Spiel wird ja meist recht stiefmütterlich betrachtet - ob man Felder beackert, als Wikinger Siedlungen überfällt oder als Fliesenleger Wände verkleidet, irgendwie geht es im Spiel irgendwann unter und verschwindet hinter der Spielmechanik und den Punkten, die es zu erhaschen gilt. Während man bei einer Runde „Winter der Toten“ evtl. noch eine Bedrohung durch die Omnipräsenz von Zombies aufbauen kann oder sich bei „Pandemie“ tatsächlich einer virtuellen Bedrohung durch eine sich gefühlt unaufhaltbare Epidemie entgegengestellt sieht, geht die Story bei den meisten anderen Spielen eher unter. Wer fühlt sich bei „Half Pint Heroes“ tatsächlich in eine Schlägerkneipe versetzt und wer fühlt bei Imhotep tatsächlich die dauerhaft brennende Sonne und den fliessenden Schweiß beim Pyramidenbau?

Fight for your right .... to party!

Sechs Spieler haben je 13 Karten
Nehmen wir doch mal das kleine Spielchen „Party Bugs“ von abacus, entwickelt von Martino Chiacchiera. Die Hintergrundgeschichte ist schnell abgetippt:

„Die Kakerlaken sind los und feiern eine wilde Kostümparty bei euch. Spielt eure Karten clever aus, um möglichst die Kakerlaken mit niedrigen Werten in eure Auslage zu bekommen. Zwei Kakerlaken mit gleichen Werten könnt ihr sogar komplett loswerden. Am Ende gewinnt der Spieler mit dem niedrigsten Gesamtwert in seiner Auslage.“

Ein Satz für die Story, obwohl die Stoff für ein ganzes Kinderbuch hergeben könnte?
Versuchen wir doch mal in Worte zu fassen, was uns die von Michael Menzel so herrlich illustrierten Karten erzählen:

Die verschlafene Maus kann es nicht fassen, schon wieder feiern die Nachbarn eine Party. Verschlafen zündet sie ihre Kerze an und tritt vor die Tür, an Schlaf ist nun eh nicht zu denken. Sie betritt den Ballsaal der Kakerlaken, die eine ausgelassene Kostümparty feiern. In der Mitte des Raumes erstrahlt die an die 1970er erinnernde Disco-Kugel, sie reflektiert das Licht der auf sie gerichteten bunten Strahler und erzeugt ein fulminantes Lichtspektakel. Auf der Tanzfläche tummeln sich derweil hunderte Schaben in vielerlei Verkleidung und tanzen ausgelassen zu Discoklassikern von Abba, den Bee Gees und John Travolta & Olivia Newton-John. Gerade wirbelt ein fescher Vampir das Rotkäppchen in einer wilden Drehung knapp an dem am Rand stehenden und Bowle schlürfenden Monster von Frankenstein vorbei. Ein Vampir schmiegt sich an Catwoman und Prinzessin Leia und Kleopatra hotten mit Napoleon und Harry Potter ab.
Der Party-King sprengt die Party

Immer mal wieder öffnen die Paare die Mitte des Raumes unter der Kugel und einzelne Paare mit exakt gleichen Kostümen treffen sich zu einem Synchrontanz, der dem Kultfilm Pulp Fiction entnommen zu sein scheint, und verlassen danach gemeinsam die Tanzfläche, und gelegentlich treffen auch unterschiedliche Charaktere aufeinander, die sich wie bei einem Blind Date erstmal aufeinander einstellen und dann ebenfalls, meist kichernd, in dunkle Ecken verschwinden. Der Star des Abends ist jedoch Party-King, der in seinem Elvis-Kostüm fulminante Hüftschwünge zeigt und dabei die anwesenden Jungs und Mädels mit seinem Blick so sehr betört, dass er nach jedem Auftritt gleich jeweils drei von ihnen von der Tanzfläche in sein Separee lockt.

Nach und nach verschwinden immer mehr Paare und Gruppen von der Tanzfläche und bevölkern die Bar, die dunklen Sitzecken und die Balkone - der DJ schaltet um auf Schmusesongs und aus den Boxen haucht Serge Gainsbourg sein „moi non plus“ als Antwort auf das „Je t’aime“ seiner Partnerin Jane Birkin. Nur die Maus seht noch allein im Eingang - und beschliesst, dass nun wohl der perfekte Zeitpunkt ist, wieder ins Bett und endlich in das Reich der Träume zu gleiten.

Blind Date - eine Mini-Erweiterung vom abacus-Katalog

Und schon haben wir eine wunderbare Story zu einem Spiel, das bei uns seit ein paar Wochen regelmäßig auf dem Tisch liegt.
Ich war ja dieses Jahr spontan etwas messemüde und entgegen aller Erwartungen dann doch abstinent.

Beim ergründen warum, war ein Grund, weil ich bereits auf über 1.000 Schachteln hocke, ca. dreimal so viele unterschiedliche Spiele gespielt habe und irgendwie kaum noch Innovationen entdecke.


Immer wieder Wargames, Eurogames, Rollenspiele, Stichspiele ect. immer wieder die selben Spielmechaniken, crawlen, drafting, würfeln, Deckbuilding, Setcollection, immer wieder die selben Themen, Raumschiffe, Zombies und Wikinger usw..


DasHü und ich blödelten gerade per Chat über eine seiner Ideen rum, bzw, ich blödelte alleine über seine Idee herum, dabei wollte ich seine Ursprungsidee einer Hilfe für Anleitungen nur steigern. 

Nun bin ich ...gedanklich noch  alleine... bei einem Brettspielgenerator angekommen und mein Scherz ist gar nicht mal so abstrus. Schließlich werden seit 20 Jahren mit Programmierbaukästen wie Microsoft Visualstudio oder Eclipse PC Software und Apps nahezu ohne Programmierkenntnisse zusammengeklickt.
Nimmt man nun von BGG die Liste mit den besten Spielmechaniken, sortiert diese nach Spieleranzahl und Genre, Eurogame, Wargame, Rollenspiel, Stichspiel, ect. und würde die beliebten Themen Raumschiffe, Zombies, Wikinger usw. mit etlichen freien Illustrationen und einer variablen Kramerleiste anbieten...
Fertig wäre der Brettspielgenerator!
Was noch einfacher ginge wäre zuerst mal ein Brettspielnamensgenerator!
Welche Schlagworte müssten da drin sein?

Dice, 
Settlers, Star, Wars, Dungeon, Kingdom, Space, Rune, Epic, Tiny, Lord, Tribes, Empire, Struggle
...
Das wird ein LiveArtikel, mir und euch fällt bestimmt noch etwas zu dem Thema ein...  :-)

Martin meint
"Dann musst du nur noch eine AI einbinden die dir die besten Regeln zusammen knüpft, und das Spiel ein paar tausend Mal testet. Und schon fällt am Ende eine fertiges Brettspiel heraus."

Andre schreibt:
"Es waren erstaunlich viele Copycat-Produkte auf der Messe, wenn man unter die Oberfläche gesehen hat. Mal abgesehen von den üblichen Zombie/Crawlern, bei denen ich micht echt frage, wieviel wir davon wirklich noch brauchen, waren da eine ganze Reihe von Spielen die ich so schon mal gesehen hatt, mit nur leicht veränderter Optik zum Originalspiel und praktisch keiner eigenen neuen Idee, die diese Neuauflage gerechtfertigt hätte. Dafür stechen die Perlen da umso mehr raus."

Dennis habe ich wohl viel zuwenige Smilies in den Artikel getan:  ;-)
"Weder VisualStudio noch Eclipse sind "Programmierbaukästen" in denen man "nahezu ohne Programmierkentnisse" Apps "zusammenklickt". Und genau dieses falsche Verständnis scheinst du auch von Mechanismen zu haben. Wir kennen alle Mechanismen wie Worker Placement oder Dice rolling aber die Schwierigkeit besteht doch bei der Integration und der Verknüpfung der verschiedenen Mechanismen. Nicht umsonst werden Spiele tausende Stunden lang getestet bevor diese auf den Markt gebracht werden."

Michael schrieb dies:

Friedemann Friese hat mit 504 so etwas ähnliches initiiert und es war nicht besonders beliebt. Ebenso hat er in Fremde Federn bekannte und beliebte Elemente zu einem neuen Spiel verwoben, was auch nicht so eingeschlagen ist. Ein gutes Spiel bietet also ein schwer zu bestimmendes „Mehr“. Gut so! Ich suche auch stets nach neuen Ideen. Gut ist, dass mit Les Poilus oder Holding On schwierige Themen auch in der Spielwelt ankommen. Ihrem Erfolg steht das Thema womöglich im Weg, was schade ist. Ganz wichtig ist aber auch hier, dass die Spielmechanik zum Thema passt und Spielfreude bietet.

Stefan Robert hat dazu folgende Meinung:
"
Der Artikel trifft genau den Nagel auf den Kopf. 👍 Ich habe seit langem den Verdacht, dass viele Spielautoren ... solche Generatoren benutzen, die "Alte Ideen" neu zusammen würfeln . 😕 Geniale neue Spiele, die DAS BESONDERE ETWAS haben sind selten. Viele Spiele sind in diesem Sinne für mich GLEICH und auch gleich LANGWEILIG . (Ich) WARTE auf die Fortsetzung vom "eisernen Thron" und auf neue Spiele die mich begeistern."

Burn brennt:
"Ein guter Artikel, der eine Interessante Diskussion gestartet hat. Ich finde die Antwort von Michael, die du auch nach deinem Artikel zitiert hast, passend. Dieses Jahr kommen vereinzelte Spiele wie „Holding On“ raus, die mehr sein wollen als reine Unterhaltung. Und das wird im Moment eine spannende Entwicklung im Bereich Brettspiele. Neben der stetig tollen Tatsachen, dass Personen unbefangen analog zusammenkommen, um gemeinsam Spaß an einem Spiel zu haben, werden Brettspiele jetzt zu einem Kulturgut? Erste Diskussionsrunden auf der Spiel widmeten sich der Thematik. Und hier wird es, wie ich finde, interessant. Das klassische Brettspiel versucht in den letzten Jahren mehr als ein reines Unterhaltungsmedium zu sein. „Holding On“ oder auch „Ecogon“ bzw. „Railroad Underground“ zeigen auf, wie neben dem Spielspaß auch Bildung Teil von Brettspielen wird. Das sind für mich die „Innovationen“ im Brettspiel Bereich. Nicht neue Spielmechaniken, sondern Brettspiele, die versuchen mehr zu sein, aber zeitgleich ihrem Kern, Spaß zu bereiten, treu bleiben. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn es demnächst viele gute neue Spiele vielleicht mit einer politische Message oder als Satire auf den Markt schaffen. Es würde dem Unterhaltungsmedium Brettspiel auf jeden Fall nicht schaden.


Michael meint noch:
"
Ich finde interessant, wie unterschiedlich „Neu“ definiert wird. Klaus Teuber bringt jede Menge Catany-Spiele raus. Sie finden ihren Markt, auch wenn das Grundprinzip gleich bleibt. Offenbar gibt es viele Spieler, die mehr vom Ähnlichen haben wollen und gerne kaufen. Sollen Sie. Ich brauche nicht jede Siedler-Variante.
Ansonsten wiederholen sich bestimmte Mechanismen notgedrungen. Wirklich Neues findet sich selten. Das liegt in der Natur der Sache.
Es ist Geschmackssache, welche Mechanismen man besonders mag oder welche Themen einen ansprechen. Das macht die Szene so schön bunt.
Ich werde nie begreifen, warum bei jeder neuen KS-ANkündigung eines Zombie/Horror/Chtulu/Fanatsy Dungeoncrawlers mit Miniaturen manche Leute völlig austicken und es mit allen Erweiterungen für hunderte Dollar unbedingt haben wollen."

DasHü wird auch zum Thema Namensgenerator aktiv:
"Zombie Struggle :D

Gibts schon Tiny Epic Dungeon?

Weitere Sachen:
City, Viking, Raider, Builder, -opolis, Assault, Conflict, Imperial, New York, King"

Marco ergänzt:
"
World, Heroes, Adventure"

Darren fiel noch ein:
"Legend, Alien, Arkham, Pirate. Lost..."


Marcel schreibt (gekürzt):
"
Danke Micha, das ist EXAKT der Grund, warum ich bewußt auf Entschleunigung setze. Zum Brettspielgenerator... die Idee ist naheliegend... jedoch würde hier wieder schnell dasselbe passieren... generische Willkür ohne Ecken und Kanten... da kann man auch einen Roman-Generator, Film-Generator, Essens-Generator oder Liebes-Generator bauen. 

Und wenn schon in die Richtung gedacht wird... es sollte auch eher gleich der Brettspiel-Generator 2.0 oder gar 3.5+ gebaut werden... mit Ecken und Kanten und... die Frage ist ob das so überhaupt möglich ist aufgrund der Komplexität. Es fehlt in solch einem künstlichen Automatismus an Besonderheit, Kreativität und Tiefgang, an Seele und die lässt sich nicht generisch erzeugen - das ist doch genau das was Du (nicht) willst?!? Eher könnte es ein Brettspiel-generierungs-Assistent werden bei dem dann immer noch Menschen die Kernarbeit leisten."

Oliver mag Hühnchen und Cola, ich nicht ;-) :

"Lass mich versuchen, Dir zu folgen... Du willst mir also sagen, es gibt zu viele ähnliche Spiele?! Du bist aber auch ein verrücktes Huhn!🙃 Keiner hat gesagt, dass Du die alle kaufen sollst. Ich brauch ja auch keine 30 Cola-Sorten. Ich probiere die, die was für mich sein könnten, und dann kaufe ich zwei davon. Fertig.


Und Marius hat einen Generator programiert:  :-)

var _=require('underscore')
var catchwords = ['Dice','Settlers','Star','Wars','Dungeon','Kingdom','Space','Rune','Epic','Tiny','Lord','Tribes','Empire','Struggle']
var suffixes = [' City',' Viking',' Raider',' Builder','opolis',' Assault',' Conflict',' Imperial',' New York',' 1815',' 2000',' 2019',' 2100',' 4000',' King',' Legacy']
return _.sample(catchwords)+' '+_.sample(catchwords)+_.sample(suffixes)

Mein Kommentar:
Ich bin überrascht wie ernsthaft mein Scherz, mit einer Prise gewürzter Kritik, andiskutiert wird...


Im Kölner Spielcafe habe ich einige Stammgäste. Uschi ist eine davon. Uschi kannte ich aber auch schon bevor wir das SpielCafe hatten. Uschi spielt eher Casualspiele, Ihr Lieblingsspiel ist "Ohne Furcht und Adel" Aber Usch interessiert sich für alle Spiele, auch die ultraharten Strategiebrecher. Unsere Spieler raten ihr manchmal von einigen Spielen ab, weil Spiel und Mitpieler auf unterschiedlichen Leveln sind.

Mit "dasHü" spiele ich auch solche Brecher, die bei Boardgamegeeks auch mal über 4.5 als Schwierigkeit haben. Das sind Spiele an der Grenze zur Spielbarkeit, die arten oft aus in Arbeit und haben den Charme mehrerer Exceltabellen. Meist sind diese Klopper so kleinteilig, dass das aufräumen nach der Partie ein Puzzlespiel nach dem Spiel gleicht, so viele nahezu tausend Markern muss man sortieren. Ein vielfaches mehr benötigt man um die Regeln zu erklären und noch länger um sie zu verstehen.

Ich spiel ja gnadenlos alles und mit jedem. DasHü auch, aber ihr kennt das ja, oft entscheidet nicht das Spiel selbst darüber ob es gut ankommt, meist ist es die Spielrunde selbst zu der es passen muss. Andreas ist unser Extremstregelinhallierer, und wenn er gewinnt, dann auch sehr oft Spielpartien beim ersten Versuch. Ich brauche manchmal erst einen zweiten Versuch um die Lücke im Spielwerk zu finden und erst dann beginnen meine Siegesserien.

So begab es sich zu einer Zeit, als ein heiterer Spielautor aus dem weiten Norden, aus der Stadt Hamburgus aufbrach, wacker den weiten Weg auf sich nahm, um sein Werk in unserem schönen Colonia feil zu bieten.

Zuerst einmal wurde der Autor Christian Sauer von unserem Gewusel völlig eingenommen und ich hatte ihn mittendrin gar nicht bemerkt. An dem Abend wurde es mal wieder spät, wir spielten den ganzen Abend an verschiedenen Tischen. Ich wollte aber unbedingt seinen fertigen Prototypen noch anspielen. Als es mal wieder sehr spät dann leerer wurde schoben wir es noch schnell als Absacker durch, denn die Spielregeln sind RatzFatz erklärt und verstanden.

Als Mitspieler fanden sich oben eingeführter Andreas "dasHü" und ich, wir dachten wir spielen  gemeinsam im Team gegen den Autor. Ich habe eine lange Serie wo ich gegen Spielautoren deren eigene Spiele gewinne.

Spontan kam aber Casual-Uschi noch dazu und so kam es, dass dasHü und ich im Team zusammen gegen die bis dahin weit unterschätzte Uschi antraten.

Wir kooperierten, wir sprachen uns stumm ab, alles fluppte, das Spielchen sollte vorzeitig enden, wie sollte Uschi auch nur die geringste Chance gegen die beiden besten Spieler im Raum haben?

Tja... wie beschreib ichs?

Wir haben verkackt!
Und zwar so richtig.

Taktisch alles richtig gemacht und trotzdem hab ich von 10 mal würfeln exakt 9 mal unterirdischen Mist gewürfelt, dasHü mit runtergerissen und mit etwas besonders viel Überzeugungsarbeit von Chris hat Uschi es geschafft uns beide gnadenlos vom Tisch zu fegen.

Das ist soweit nicht schlimm, wären da nicht noch zwei wichtige Punkte!

Chris hat für das Spiel auch ne Variante, wo nicht gewürfelt wird, sondern sehr viel taktischer mit Kampfkarten gespielt wird. Aber das Spiel ist schon taktisch genug, denn man kann mit Karten seine Würfel optimieren, mir gelang es aber trotz bester Karten völligen Müll zu würfeln! Kann passieren, Spiele brauchen oft so ein letztes Quäntchen Glück, sonst sind die berechenbar und langweilig.

ABER seit diesem Tag habe ich Uschis Fluch und verliere alles mögliche wo man würfeln muss! Uschi hatte mir an dem Abend mein komplettes Mojo für 2018 abgesaugt. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf eine Scythe Einladung zu reagieren und befürchte, dass meine dortige Siegeserie nach einem Jahr nun enden könnte!

Wo baue ich denn nun noch ein, dass wir Chris empfohlen haben, doch noch "explodierende Würfel" mit einzubauen? Wir geben Spielautoren nämlich unaufgefordert immer reichlich Feedback mit.

Expodierende Würfel gäben einem zB. beim würfeln noch die Möglichkeit eines Rerolls, wenn man die höchstmögliche Augenzahl würfelt. Der nächste Wurf würde dann drauf addiert. So hat man auch bei überstarken Gegner, wenn der Kampf schon aussichtslos gelaufen ist, noch eine winzige Chance und überhaupt noch einen Grund zu würfeln.

Mein zweiter Tipp war nicht ernst gemeint.
Da an dem Spiel nicht wirklich etwas zu verbessern war, schlug ich vor, beim kickstarten eine Luxus Version mit anzubieten, nicht mit Spielbrett aus Pappe, sondern einem aus edlen echtem Holz, so wie ein Schachbrett.

Irgendwie hat Chris es hinbekommen und dann doch welche aus Acryl dazu packen können. Und die erste Charge vom Brett hatte leider einen Defekt am einen der Ränder, so das er auch noch in allen Schachteln die Bretter nachträglich austauschen musste.

Chris hatte vorher schon alle Symbole selbst tausende mal in die Holzpöppel eingebrannt!
Tja so ist das kickstarten manchmal... man zahlt Lehrgeld, oft auch mit echtem Geld und ner Menge Aufwand.

Zum Spiel selbst, schaut euch das Kickstarter Video und die Seite an. Ich finds toll, denn ein solches Spiel kannte ich nach ca. 2.500 unterschiedlicher gespielten Spiele noch nicht. Es ist als hätte jemand die perfekte liebevolle Melange aus Skat, Stratego und Schach erfunden. Und dann funktioniert es auch noch PERFEKT zu dritt, also 2 gegen 1.

Spielt möglichst nur nie gegen eine Uschi! :-)
Nur ums klarzustellen... es lag an Uschi nicht an dasHü oder dem Spiel!
Ich hab seitdem nichts mehr mit Uschi gespielt... bevor ich Uschi nicht schlage vergeht der Fluch wohl nicht!

Besucht den Autor Christian Sauer auf der SPIEL: 5H129 und kauft unbedingt das Spiel. Nach einer Partie möchte man unbedingt noch eine spielen, und dann noch eine und...

Zum unterstützen hierlang: kickstarter.com/warigin

PS: Achja... ich bin meinem Foto auf ner Kickstarterseite!

Rippidippidip!






Zuerst mal ist mein Problem mit den immer neuen Spielen und dem Platzmangel einigen nicht unbekannt. Auch der Konsumterror, immer neues dazu zukaufen, obwohl man es gar nicht nutzt.
Eine superliebe Freundin von mir meinte scherzhaft ich wolle den Messegängern ja nur den Messespaß nehmen und sollte halt in eine größere Bude ziehen und weiter kaufen. Es gab auch ne Menge Stimmen, das sie ebenso übersättigt sind und das brettspielen selbst nicht runterfahren, aber das neu dazu kaufen.

Ich habe einen Punkt oben vergessen den ich eigentlich noch im Kopf hatte.
Mir gehts mit den Brettspielen nun genauso wie bei meinem vorherigen zeitfressenden Hobby, den Computerspielen am PC. Ab irgendwann ähneln sich die Spiele nur noch, es ist immer nur noch eine Variante von einem Shooter, einem Adventure, einem Rollenspiel, oder einem Command & Conquer (Dune) Clone.

Bei den Brettspielen ergeht es mir nach ca. 3.000 unterschiedlicher gespielter Spiele nun ähnlich. So richtig neues kannn da kaum noch kommen. Viele Spiele sind Umsetzungen von bereits bekannter Computerspiele, Dungeoncrawler sind Shooter, Abenteuerbücher sind PointnClick Adventures, die Risko Clone sind wie Comand&Conquer und die Rollenspiele, sind halt... Rollenspiele. Ich mag das nicht schlecht reden, schließlich sind Doom und StarCraft als Brettspielumsetzungen eine meiner Lieblings Spiele auf beiden Plattformen, PC und Tisch.

Aber so richtig neue Ideen habe ich in der Brettspielbranche kaum noch gesehen die letzten Jahre. Es ist immer irgendwie das zigtausendste Eurogame, man sammeln bunten Krempel, kombiniert diesen zu Siegpunkten und wer die meisten hat hat gewonnen. Oder es sind Wargames man organisiert alles um viele Einheiten zu bekommen, es gibt einen Kampf und wer übrig bleibt hat gewonnen. Auf der anderen Seite höre ich mich nach jedem neuen Spiel sagen: "Die Spielmechanik kenne ich schon aus Spiel X, das Spielch ist so ähnlich wie Spiel Y aber besser. Es ist wie in der Musik, da kann man aus nur 8 Noten und ein paar Oktaven auch nach Milliarden von Songs immer noch neues komponieren.
 In der PC und Konsolenbranche entwickelt sich aber auch die Technik weiter... beim ansehen von Red Redemption 2 und The Last of us 2 dachte ich das seien Schauspieler und keine Rendergrafik. Die beiden Titel schreien geradezu nach einer Brettspielumsetzung.  Das fortschreiten der Technik könnte man bei den Kickstartergames als die Miniaturen ansehen. Da hat sich seit dem Pöppel und den Meepeln einiges getan. Und wenn erst mal Digitalespieltische kommen, oder Brettspiele mit VR Brillen....

Anstatt immer neue Schachteln davon zu kaufen, werde ich nun meine bestehenden Spiele mal durchspielen und auch alle Erweiterungen dazu. Meine vielen Mitspielgruppen haben das noch gar nicht bemerkt aber ich habe in den letzten Wochen eine Strategie entwickelt und vorbereitet. 

Achim zu Beispiel spielt super gerne alte Retroklassiker aus seiner Kindheit und zwar mit seinen SECHS Kindern! Mit Ihm hab ich nun ein Donnerstagsprojekt, an dem wir immer solche alten Flohmarktschätze heben und nochmals spielen. Wir beide beschreiben den Klassiker dann nochmal, Achim als sachlichen Artikel für Wikipedia und ich schreib einfach hier in meinen Blog was mir gerade dazu einfällt oder was wir dabei lustiges oder denkwürdiges erlebt haben.

Mit meiner "Expandables Deluxe" Gruppe werde ich alle Spiele ganz bewusst mit allen erhältlichen Erweiterungen spielen. Darauf freue ich mich, denn ich vermische nach so vielen Spielregeln eh dauern Regeln aus anderen Spielen mit ein, Manchmal bewusst als Hausregel, und immer öfter unbewusst, weil ich überzeugt bin, dass es so sein muss oder weil der Autor es hätte so machen müssen. Jaja, großer Aufschrei, manche meinen, man dürfe doch nicht einfach respektlos ein Werk eines anderen ändern. Doch darf man. Mein Spiel meine Regeln.

Mit meiner Coop Runde spielen wir eh die ganzen kooperativen Spiele, wir vier harmonieren einfach gut. und oft spielen auch mal nur 3 oder nur 2 von uns als Alphagamer, und die anderen lassen sich einfach einen Wochentag mitspielen, genießen den Spaß passiv.

Dann bin ich noch in einer Runde die Kampagnen Spiele spielt, mit denen sitze ich eh immer ein ganzes Jahr an einem einzigen Spiel. Das wird brutal bis zum Ende gespielt. Am brutalsten die super lahme Session 2 von Pandemie Legacy.

Dienstags im SpielCafe gibts immer 10 mal mehr mir unbekannte Neuheiten als ich spielen könnte und mit meiner Lieblingsgruppe spielen wir tatsächlich immer die selben 4-5 Spiele immer wieder, entwickeln Taktiken, wiederholen sie zu Strategien, lernen die Metaebene über den Spielen, die Spieler kennen und werden so langsam darin unschlagbar.

Und dann sind da noch die 53 neuen Spiele für die Playstation3, um die ich gerade erst meine Videospielkonsolen Retrogruppe mit zig Konsolen und zigtausenden Spielen erweitert habe...  :-)So, gestern waren wir schwimmen, und jetzt gehen wir Schlittschuhlaufen. Frauen und Kinder hab ich nämlich auch noch und die wollen bespielt werden. Die Fipptehler finde ich später... 

Update
:

Mein Tag 2 ohne Messe, ich sehe in meinem Facebookgruppen was so gekauft wurde, was diskutiert wird, wer getroffen wurde... und es lässt mich relativ kalt. Das geht ja leichter als gedacht. Meine Freundin hat gerade aus unserem PileOfShame ein paar noch unbespielte Schachteln zum anspielen herausgesucht. DasHü fragt sich, ob er sich die dritte Erweiterung von Scythe überhaupt kaufen soll, er hat seine Kopie schon lange nicht bespielt und seine Erweiterungen noch gar nicht. Wir sinnieren darüber, ob es sich lohnt, das man Spiele immer sofort kaufen muss, wenn sie dann erst ein oder zwei Jahre in unseren Regalen vertauben...  :-)


Update2:

So - mein erstes Jahr ohne Messe!Ich habe meine Wette um einen Euro gewonnen!Wenn ich nun so sehe was meine Mitspieler so an Loot heimgeschleppt haben, werde trotz SpielCafe und 3-4 mal die Woche spielen nicht mal schaffen deren ganzen PoS mit abzuspielen.
Ich glaub der eigene Messestand letztes Jahr was ein guter Abschluss für mich... kalten Entzug geschafft.

So, nun den Prototypen vom Tisch räumen, gleich kommen sie zu spielen...  :-)


Hier gehts zu Teil 1

http://www.brettspielen.koeln/2018/10/spielemesse-hausverbot-fur-einen.html

Ich hab zwar kein Hausverbot bekommen, so wie ein mir persönlich und nun recht bekannter Brettspielgräber, aber ich erteile es mir nun selbst. Nicht solidarisch sondern aus der Not heraus!

Heute Abend vor einem Jahr hatten Achim und ich unseren Brettspielen.Köln Messestand aufgebaut. Der entstand aus einer völligen Schnappsidee. "Lasst und doch einen Stand mieten auf der Messe, dann können wir dort unsere Tüten abstellen!", sagte glaub ich dasHü. Irgendwer stimmte dem zu.

Völliger Nonsens entgegnete ich, die Tüten kann man an der Garderobe abgeben für nur einen Euro, so machte ich das bereits seit Jahren. Noch jemand fand die Idee immer noch witzig. Ich rechnete das kurz durch und stellte die Frage in den Raum, warum wir ein paar tausend Euro ausgeben sollten, nur um Tüten abzustellen? Ich setzte mich argumentativ durch, aber die Idee, dass wir nach all unseren bisherigen Aktionen einen eigenen Messestand auf der Spiel haben sollten hatte was.

Achim meldete sich dann am anderen Tag, wir würden den Messestand kostenfrei bekommen!

Echt jetzt?
Da standen wir nun, er meinte das ernst!

Die Messe sponsorte Wikipedia einen Stand und die stellten den uns quasi für das Kooperationsprojekt mit Brettspielen.Köln und "Wikipedia spielt" zur Verfügung und zahlten auch noch das ganze Zubehör und mehrere Hotelzimmer für uns alle!


Das war bis dahin nur ein sehr lockeres Ding, den wir nutzen das Wikilokal.K einmal in der Woche als SpielCafe, was mal genauso eine Schnappsidee war. Davor bin ich mit meinem immer größer werdenden Grüppchen durch alle möglichen Lokale und Kneipen getingelt, nur dieses mal bekamen wir zwischen Weihnachten und Karneval keinen Raum. Niemand bekommt da in Köln einen Raum, alles ist über Monate vorab ausgebucht.

Also machte ich es passend und wir feierten unseren Geburtstag mit 60 Leuten, halt verteilt auf das ganze Wochenende mit nur je 20 Spielern auf einmal. Weil es so geilo war, wuchs daraus die spontane Idee, dies doch als Test mal für 4 Wochen wöchentlich anzubieten. Ich war pessimistisch, dachte da kommen dann beim zweiten mal nur noch 10 Leute, und beim dritten mal sitze ich mit immer den selben 3-4 verlorenen Seelen dort.

Es kam anders...

Wir sind nun seit 1.5 Jahren ohne eine Pause regelmäßig ausgebucht und ständig überfüllt. Hatten wir Sonntags erst die Bude so voll, dass wir sogar draußen auf dem Bürgersteig spielen mussten, ist es zwei Tage später Dienstags immer noch ebenso brechend voll und alle Tische werden bespielt und jeder Stuhl ist besetzt. Es ist mit doppelt so vielen Leuten wie eins geplant zu eng, viel zu laut, wir spielen auf improvisierten Tischen, sogar drei Tapezierklapptischen und könnten wohl gut ne Lokation füllen die weit größer ist.

Einen größeren Raum für meine Spiele bräuchte ich dringend. In meiner Bude stapeln sich über 1.300 Spiele. Ich schreibe über, weil ich bei 1.300 aufgehört habe zu zählen und sie zu dokumentieren. Ich musste so ab ca. 500 Spielen anfangen sie bei BGG einzupflegen, weil ich ab da, öfter auch ein Spiel unbeabsichtigt 4-5 mal kaufte und mir nicht mehr merken könnte, was ich unbedingt haben wollte, aber es doch schon gekauft hatte.


Als nun Nichtraucher, und als strenger Blumenfresser, sind mir solche radikalen Schritte nicht unbekannt. Aber bei den Brettspielen fällt es mir diesmal besonders schwer. Irgendwie möchte ich mir das spielen und das Zusammensein mit einigen hunderten Menschen in meiner Küche und im SpielCafe nicht als Sucht einreden.

Aber, ich habe alle Wände im Wohnzimmer voll mit Spielen bis unter die Decke, und dann auch im Flur. Es stapelte sich dann auf dem Boden und ich wurde zum Bordgamehorder, nah dran am Spielemessi. Ich räumte auf und fand immer neue Ritzen wo noch Spiele reinpassten. Die Garderobe über der Haustüre musste weichen, dort ist nun über dem Türrahmen auch noch ein Regalbrett, mit meinen ganzen 2 Spieler Spielen.

Als ein Fernsehteam kam, hab ich nochmal den Boden aufgeräumt, damit 4 Leute mit Kamera, Ton usw überhaupt Platz finden. Also die Spiele so umsortiert, dass die Spiele von Ravensburger aus den 80/90ern nun den kompletten Platz über meinen Küchenschränken einnehmen.

Mein Nachbar hatte mal einen Wasserschaden, und der Vermieter klingelte bei mir, um zu fragen, ob es bei mir auch von der Decke tropfen würde. Ich schaute nach, waren meine ganz besonderen Schätze, meine Bigboxen von Starwars, Runewars, den 30K Bruderkrieg und World of WarCraft doch genau dort, bis spack an die Decke gestapelt hatte. Zum Glück war nichts.

Aber die 15cm weiter nebenan beim Nachbarn sah es aus die in einer Tropfsteinhöhle und es musste dort kernsaniert werden. Oben auf dem Dach war auch über meinem Wohnzimmer und Flur eine riesige Wasserlache. Also meine Perlen sofort von der Decke und ab ins Schlafzimmer auf die Kleiderschränke. Die Spielsachen von meinem Sohn landeten erst mal im Keller.

Damit waren nun alle Räume außer dem Bad voll mit Spieleschachteln. Menschen die zu mir spielen kamen machten eh immer das selbe Geräusch... "Wow" und bekamen den Mund nicht mehr zu.

Im Bad hatte ich dann auch ein paar Wochen lang ein Regal stehen, irgendwohin muss ja der Kram, der den Spielen weichen musste. Das Bad ist nun wieder freigeräumt. Dafür stehen ein 18. und 19. Regal nun auch  im Schlafzimmer bis zur Decke, der letzten freien Wand.

Als das TV Team da war, baten die mich einige Folien von den Spielen zu entfernen, weil die die Beleuchtung reflektierten. Sprich von ungespielten Spielen.

Als ich zuletzt zählte lag ich bei ca. 250 ungespielten Spielen.
So etwas nennt man Pile of Shame und meint eine Konsumkritik, nämlich dass man alles besitzen muss, aber dann doch nicht benutzt. Andere nennen ihn liebevoll Mountain of Joy, oder Shelf of Opportunitiy. Fast jeder von euch hat solch einen Stapel, meiner ist halt etwas größer.

Die Hälfte meiner Spiele habe ich selbst gekauft, zuerst viel bei den Verlagen zum Verkaufspreis was schnell teuer wurde. Meine BGG Liste zeigte mal per Script, dass ich hier den Wert eines neuen Kleinwagen in Pappe an meinen Wanden stapele. Dann kaufte ich bei Ebay, und habe allein der Post ein paar tausend Euro nur an Porto generiert. Als mein Bekanntenkreis dann immer mehr nur noch durch Spieler und Rinnen ausgetauscht wurde, kaufte ich auch denen Spiele ab, denn auch die benötigten ja mehr Platz für neue Spiele.

Besonders zwei meiner Bekannten haben einen Spieledurchsatz wie ein Drogensüchtiger. Fast alles was ich von denen gebraucht kaufe ist noch verschweißt und unbespielt. Die spielen wohl grundsätzlich alles nur einmalm bzw keinmal. So will ich nicht sein!


Das Hobby brettspielen ist längst gewandelt zu nur noch immer neue Spiele spielen, kaum ein Spiel außer meinen paar Lieblingsspielen schafft es ein zweites oder gar ein drittes mal auf den Tisch. Das beobachte ich bei fast allen Mitgliedern meiner heftig großen Spielerrunde. Wir nehmen mittlerweile als SpielCafe teil an Hofflohmärkten, veranstalten Versteigerungen im Kölner Stadtmueeum und begleiteten dort eine Brettspielausstellung, machen das größte Brettspielpicknick, und immer tauschen und verkaufen wir uns neue Spiele.

Gute und teure Spiele gehen oft für 1-2 Euro weg und das ist für uns kein Problem, denn der Lagerplatz den die Schachteln bei uns belegen ist uns um einiges mehr wert. Ich spende Spiele an Kitas und an Schulen und wenn ein Besucher ein Spiel bei mir entdeckt welches ihn gefällt, verschenke ich es gern mal spontan, nur damit ich wieder eines aus meinem Kofferraum und meiner Garage in meine Bude bekomme. Ja, mein Kombi ist immer voll, und zuletzt kam ich an mein Motorrad wegen der Spiele nicht mehr ran.

Meine Partnerin spielt auch, hat auch ein eigenes größeres volles Regal. Überhaupt habe ich meine letzten sieben Partnerinnen bei mir in der Küche an meinem Spieltisch kennengelernt. Klingt seltsam, ergibt sich aber, denn es ist sehr intim wenn man jemand zu sich nach Hause einlädt, und beim spielen erkennt man sehr gut, was für Charaktere am Tisch sitzen. Außerdem bleiben die oft Mädsl lang und kommen oft wieder.

Ich bin da auch nicht allein. Zeitweise dachte ich, ich hätte unbewusst eine Singlebörse aufgemacht. Ständig bildeten sich neue Päärchen, trennten sich wieder, und ich musste auch darauf achten wen ich nicht mehr gemeinsam einladen sollte. Ab irgendwann wurde ich zu Hochzeiten eingeladen, die Spieler bekamen Kinder. Da sagt nochmal jemand Brettspieler seien soziophobe Nerds!

Ab irgendwann wurde es eng.

Ich realisierte, dies kann ich kein weiteres Jahr so weiter machen. Ich musste langsamer kaufen und versuchte mich selbst zu reglementieren. Das funktionierte ganz gut, kaufte ich halt nur noch das, was ich mal gespielt habe, nicht mehr einfach alles, wo die Rezension gut ist. Aber auch dann wurde es immer enger. Ich kaufte immer noch schneller ein als ich abspielen konnte, und ohne das ich etwas mindestens mal gespielt habe, möchte ich es nicht abgeben.

Nun also der radikale Schnitt!

Ich lasse nun diesmal zum ersten mal seit 5 Jahren die Messe aus, denn ich würde es nicht schaffen, nicht schon wieder vier blaue Ikeatüten voll mit Spielen dort rauszuschleppen, wie jedes Jahr. Ich bin erst seit 5 Jahren mit brettspielen dabei. Ich habe keine Ahnung wie die nächsten 5 Jahre werden sollen.

Zum einen kaufe ich kaum noch etwas, da meine Mitspieler ja eh alles in unser vor 1,5 Jahren gegründetes wöchentliches offenes SpielCafe mitbringen. Sogar meine Lieblingsspiele habe ich ca. 50 mal gespielt, meine eigenen Schachteln sind immer noch in Folie.

Zu oft habe ich versucht eine Pile of Shame Challenge zu veranstalten, aber die Leute um mich meiden das Thema wie Mundgeruch und Schweißfüße, haben sie das Problem der Einsicht insgeheim doch längst auch bei sich erkannt.




So wie den Spielemarathon den ich vor nun 4 Jahren mal alleine veranstaltete und 46 Tage am Stück durchhielt, mache ich dieses Jahr eine Pile of Shame Diät. Ich kaufe solange kaum noch etwas, bis mein Stapel ungespielter Spiele abgespielt ist. Ein Jahr wird die Messe in Essen, auch ohne mich überleben. Auch die Ratinger Spieletage habe ich bereits ausgelassen.
Ich werde Spiele nur noch austauschen, aber es darf keines mehr dazu kommen.

Zwei Ausnahmen gibts es, mein Youtube und Adminkumpel Stef bringt mir zwei Erweiterungen zu Scythe und Adrenalin mit. Die müssen einfach sein... bis dahin finde ich schon zwei Schachteln die ich verschenken kann.

Durch eine verkettete Widrigkeit stehen wir als Brettspielen.Köln auch 2018 mit auf dem Hallenplan. 
Letztes Jahr hatte die Messe uns fälschlicherweise nicht aufgeführt und noch den uns unbekanntenStand von von 2016 abgedruckt. Diesmal stehen wir drin obwohl wir nicht da sind, da hat die Messe aber diesmal keinen Fehler gemacht. Wir hatten uns überlegt einen Sammelstand zu machen, oder an einem mitzumachen, aber nach einer Anmeldung kam da kein Feedback, also hatten wir es verworfen. Nun stehen wir doch drin, also wundert euch nicht. Ihr werde aber Spieler von uns in unserem Shirt auf der Messe rumlaufen sehen. :-)

Ok, so ganz werde ich den Brettspielerei nicht entkommen. Ich habe eine Idee zu einer neuen suuupergenialen Lokation eines extraordinären SpielCafes und diesmal hab ich auch den Kniff raus wie das trotz hoher Ladenmieten und laaange sitzenden Spielern finanzierbar ist.  ;-)

Achja, zum 100. SpielCafe nach der Messe hab ich seit einem Jahr etwas zusammen mit Stefan, Achim und dasHü vorbereitet. Und wir haben in 2019 noch etwas geiles vor, dass Köln unbedingt braucht!

Edit: Ich habe auf allen Kanälen Feedback bekommen.
http://www.brettspielen.koeln/2018/10/ludumholiker-hat-feedback-bekommen-teil2.html

Neues Format, wollte ich schon immer mal machen. Ständig kommt die Frage auf, was ist besser?

Doom oder Descent?
Descent 1 oder Descent 2
Doom oder das neue Doom?
Twillight Imperium3 oder 4, oder doch 2?
Ist der Eiserne Thron besser in der 1th oder 2nd Edition? Lohnt sich die 2nd Edition von Eclipse?

Also versuche ich mich an einem Vergleich zwischen alten Versionen von Spielen und deren Neuauflagen.

Zu allererst mal haben neue Versionen den Vorteil, dass man längst vergriffene Spiele somit wieder kaufen kann. Weiterhin altern manche Spiele über die Jahrzehnte schlecht, ein neues Artwork und die Überarbeitung von Mechaniken tun echten Klassikern manchmal gut. 

Als erstes hier nun VINCI und seinen Nachfolger SMALL WORLD, welches seinem Namen in Vergleich zum Vorgänger nicht gerecht wird.

Denn im Vergleich mit Vinci ist Small World riesig! An der Stelle gibts auch gar nichts so richtig zu vergleichen, denn Small World ist vom Material her bombastisch!

Es gibt so viele Erweiterungen, dass die ganzen Schachteln ein Regalfach von alleine füllen und nahezu untransporTabel sind. Schaut euch an was "dasHü" für eine coole Kiste hat, um alles doch irgendwie zu verstauen und mobil zu halten!

Den Deckel mit den Hunderten Pappmarkern kann man aufklappen, dadrunter sind die ganzen Bretter und größeren Spielteile. An den Seiten sind beidseitig klappbare Sortierboxen für noch mehr Marker von noch mehr Völkern.

Small World ist mit allen Erweiterungen ein purer Gigantismus. "dasHü" empfahl uns eine App auf unseren Smartphones zu installieren, wo wir die Eigenschaften der einzelnen Völker und Kombinationen suchen und finden könnten.

Ich hatte Small World bis dahin schon n paar mal gespielt, es war sogar vor 5 Jahren eines meiner ersten aktuelleren Spiele nach ca. 40 Jahren Brettspielabstinenz. Ich mochte es sofort. Später kam noch die Unterwelt dazu und ich lernte meine erste Minierweiterung "Tunnels" kennen, mit der man beides zusammen spielen konnte. Die weiteren Schachteln von Small World gingen an mir vorbei, ich bekam ja dann eigene andere >1.000 Schachteln, welche bespielt werden mussten.

Irgendwie hatte ich bei meinem brutalen Nachholbedarf an Brettspieleinkauf auch Vinci erwischt. Ich wusste nur, dass es der Vorgänger von Small World sein soll. Da es optisch nicht sehr ansprechend war, lagerte es nun über Jahre ungespielt in meinen Regalwänden.

So kam es aber, dass Julia, Andreas und ich am selben Wochentag mal frei hatten, also verabredeten wir uns zum Frühstück um Small World zu spielen. Nach Small World kam mir spontan die Idee, direkt ne Runde Vinci anzuhängen um beide Spiele zu vergleichen. "dasHü" und Julia waren sofort dabei.

Also ausgepackt und direkt nach Small World macht sich erst mal Ernüchterung breit. Und wie soll man mit so wenig Material Small World spielen können?

Vinci sieht aus wie ein typisches Spiel der 90er. Holzscheiben und einfarbige Pappmarker die man von zig alten Spielen kennt. Aber ich mag auch Antike sehr, mich hält eine heute  unterdurschnittliche grafische Gestaltung nicht ab eine gute Spielmechanik zu schätzen.

Also... wie haben die das früher gemacht mit den ganzen unterschiedlichen Völkern, abstrahiert auf nur wenige einfarbige unbeschriftete Marker ohne jedes Symbol?

So von vorne nach hinten muss sich ein Redakteur fühlen, wenn er einen Prototypen auf Kosten streamlined. Alles was Geld kostet wird wegrationalisiert. Hier kann man mal sehen wie man Mechaniken umsezten kann, mit viel weniger Material und trotzdem exakt dasselbe Spiel bei rum kommt.

Anstatt Kistenweise mit Markern zu füllen spielte man Vinci einfach nur mit Holzscheiben, und damit man weiß welches Volk man hat, legt man zwei Quadratischen Marker vor sich ab. Für das zweite dann "aussterbende" Volk sind es die gleichen Holzscheiben, die bekommen dann einfach einen kleinen "ausgestorben" Pappmarker dazu. So einfach war die Luzi!

Nun habe ich vorgegriffen. Ja Vinci und Small Word sind Spieltechnisch nahezu identisch. Wer eines von beiden mal gespielt hat, erkennt nach einer Minute der Orientierung das Spiel sofort und weiß was er machen muss. Die Spielregeln sind gleich.

Von der Mechanik her ist Vinci nicht schlechter sieht aber arg dröge aus. Aber wie gesagt ich mag auch Antike, ein hervorragendes Spiel das mit eben so wenig Spielmaterial auskommt und ähnliche Holzscheiben hat.

Aber Small World ist optisch und haptisch einfach geiler. Anstatt minimalistisch kleine quadratische Pappmarker auf einer Leiste und als Alias stellvertretend für die Holzscheiben seiner beiden Völker vor sich herzulegen, gibts bei Small World das volle Pfund. Allein auf einem der kleinen Völkerplätchen ist mehr Artwork als in der gesamten Vinci Schachtel.

Mein Fazit.

Ich hab mir für einen Vergleich zwei spielerisch viel zu ähnliche, optisch und von der Erweiterbarkeit viel zu unterschiedliche Exemplare rausgesucht. Andere Nachfolger von Spielen sind auch spielerisch immer etwas anders, worauf man besser eingehen kann.

Nicht alles was hinkt ist ein guter Vergleich.
Ich versuchs mal anders als eine Bewertung.

Wer Small World besitzt, braucht sich Vinci nicht besorgen, höchstens aus Retro Sammelgründen. Wer aber bereits Vinci besitzt, und damit zufrieden ist, der kann sich evtl. das Grundspiel von  von Smalworld sparen. Spielerisch sind die tatsächlich sehr ähnlich. Aber Small World hat noch die vielen Erweiterungen welche auch neue Kram reinbringen.

Müsste ich wählen ob ich 200 Euro für die komplette Small World Dröhung berappe, oder Vinci für nen 10er auf dem Flohmarkt mitnehme, würde ich Vinci nehmen. Würde ich Small World gebraucht komplett für nen Fuffi bekommen, wohl eher Small World, auch wenn nicht 5 mal mehr Spiel drin ist. Es ist nur von allem mehr, sogar viel mehr.

Als nächstes mach ich nen Holzscheiben Abend und wir spielen Antike und Small World hintereinander und gucken mal welches besser ankommt. ;-)