This War of mine kannte ich als Computer und Konsolenspiel. Und irgendwie ist Spielspaß für dieses Spiel das falsche. Das Spiel ist bedrückend und deprimierend. Man muss seine Charaktere im Krieg klar kommen, nicht heroisch als Soldaten, sondern als Zivilisten, die einfach nur versuchen in den Ruinen zu überleben.

Das "Spiel" wurde auch als Brettspiel umgesetzt, und mit Andreas hatte ich es im Spielcafe als Absacker zumindest mal aufgebaut und die ersten Spielzüge gemacht.

Andreas hat es nun weiter gespielt und schrieb:

Letzte Woche Dienstag gegen 22 Uhr ausgepackt, aufgebaut...und dann schnell gemerkt, dass alle doch zu platt waren für so ein Kaliber.
Gestern dann mit Julia Versuch Nummer zwei angegangen und wir sind immerhin bis zum Morgen des dritten Tages gekommen ... bevor wir verloren hatten.
Bei dem Spiel gehts darum kooperativ Überlebende in einer belagerten Stadt zu spielen wo Straßenkämpfe an der Tagesordnung sind und Mangel in der Bevölkerung an einfach allem herrscht. Essen, Wasser, Brennmaterial, Baumaterial, Waffen, Medizin und auch mal Luxusgüter wie Kaffee, Tabak oder Alkohol. Die 1-4 Überlebenden werden gemeinschaftlich von den Spielern gesteuert und eigentlich ist es egal ob man es allein oder mit fünf anderen spielt, mechanisch ändert sich nichts. Weswegen es wohl in kleineren Gruppen aus 1-3 Personen am besten läuft.

Wobei, eigentlich ist das weniger etwas das auf Spielmechaniken baut, sondern eine erlebte Geschichte auf die alles hinarbeitet. Die traurigen Schicksale der Überlebenden, die harten Entscheidungen die es zu treffen gilt und die gnadenlosen Folgen, quasi egal wofür man sich entscheidet.

This War of mine ist mindestens soviel Kunst wie Spiel. Traurige Anti-Kriegs-Poesie eingefangen in Karten, Würfeln und Miniaturen. Und in dem Story-Buch, dass mit seinen paar tausend Abschnitten das Spiel immer wieder anders macht.
Die Regeln sind nicht perfekt...müssen sie aber auch nicht sein. Die Einführung ist etwas holprig (erfahrenen Spielern würde ich definitiv empfehlen erstmal das komplette Tagebuch (so heißt das Regelheft) und die erste Seite im Skrpt (das Story-Buch) zu lesen) aber holt auch Spielneulinge ab.
Alles in allem toll gemacht und das Brettspiel kann stolz neben dem Computerspiel stehen und seine Daseinsberechtigung behaupten.


Ich geb mal noch keine Wertung ab, aber bisher steuert das sehr Richtung 9-10 Punkte.


Liane schrieb: 
Heute steht wieder This War of Mine auf dem Programm. Dieses Mal aber mit voller Ladung Kinder, Katze, Herz der Stadt und anfänglich keine Nahrung. Ja es ist ist düster aber auch super spannend und überraschend Komplex. Man sollte sich nicht abschrecken lassen durch Meinungen anderer, selbst ausprobieren ist hier angesagt! Dem einen liegt sowas dem anderen ist es zu hart, uns persönlich hat es sofort gefallen. Wir stehen auf sowas generell und spielen auch Winter der Toten 1&2 oder Zombicide sehr gerne. Aber tatsächlich hängt das Spiel einem nach, man denkt ständig, ach wenn ich die Nahrung anders verteilt hätte oder eher ein Wasserbecken gebaut hätte....... ! Ich habe sogar davon geträumt. Nichtsdestotrotz geil, tiefgründig, emotional, Herausfordernd, traurig und wie ich finde realistisch. So oder so ähnlich könnte es aussehen wenn solch ein Fall eintreten würde. Verzweiflung treiben Menschen zu den hässlichsten Dingen!

David schrieb:
Ich finde, der Vergleich mit "Winter der Toten" und "Zombicide" hinkt, da es sich bei "This war of mine" um ein sehr reales Setting und Thema handelt. Das ist vermutlich auch der Grund, der viele abschreckt. Habe das Brettspiel noch nicht gespielt, aber wenn es dieselbe Intensität zu vermitteln mag wie das PC/Konsolen Spiel, dann ist das schon harter "Tobak"........fand das beim Konsolen Spiel irre, fast schon beängstigend wie es das Spiel geschafft hat eine einzigartige Atmosphäre aber auch Verbundenheit mit den Charakteren zu erschaffen.

Elisabetta kommentierte:
Ich habe heute die erste Tag/Nacht Phase gespielt und bin begeistert. Schneller Einstieg und sehr spannend. Für mich ein Highlight, neben Gloomhaven, 7th Kontinent, KDM.
Videospielrezension

http://www.gamestar.de/artikel/this-war-of-mine-im-test-ein-echtes-antikriegsspiel,3080365.html

Brettspiel Unboxing (Vorsicht enthält winziges Minispoilerchen!)
https://www.youtube.com/watch?v=JtSVzAslcaM

Hier eine Brettspiel Rezension von Peter, dessen sachliche Kritiken ich sehr schätze, und oft teile, aber halt nicht immer. Peter fand mein Lieblingsspiel Scythe doof. :-)
https://peterrustemeyer.wordpress.com/2017/11/12/angespielt-this-war-of-mine/


Das Spiel aber polarisiert anscheinend. :-)

Markus schrieb: 
This War of Mine – Eine Enttäuschung in Hochglanz

...will ich This War of Mine eigentlich trotz meiner Enttäuschung noch gar nicht abgeben. Stattdessen wünsche ich mir diesem Spiel ein paar gute Freunde. Und wenn diese Freunde ähnlich empfinden wie ich und sich vielleicht ein bisschen Mühe machen, könnten die sich ja vielleicht die ein oder andere Modifikation ausdenken. Vielleicht schafft es der Freundeskreis mit einigen Hausregeln und basierend auf dem ganzen Material welches der Schachtel beiliegt, ein deutlich zugänglicheres und intuitiveres Spiel zu entwickeln. Zu Wünschen wäre es diesem echt spannenden Thema zumindest mal. Gerade dem Bereich Brettspiel tut ein ernstes Thema verbunden mit einer kulturellen Debatte sicherlich ganz gut. Sollte das nicht passieren, so gratuliere ich Awaken Realms trotzdem an dieser Stelle: Ohne Anpassungen stellt This War of Mine – Das Brettspiel wahrscheinlich mit seinem 700.000 Euro-Funding die teuerste Werbekampagne für ein 20 Euro Videospiel aller Zeiten dar...https://spielkinderessen.wordpress.com/2018/01/09/this-war-of-mine-eine-enttaeuschung-in-hochglanz/

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