Bester Ersatzfreund!

Es war einmal... eine Freundin, von der wurde ich mal als Ersatz in den Stand zu ihrem besten Freund erhoben. Wir vertrauten uns, sahen uns fast jede Woche, telefonierten regelmäßig.

Und dann geschah etwas, das unsere Freundschaft veränderte.

Wer kennt es nicht, das fulminante Epos der TV Geschichte, "Bauer sucht Frau"? Seit Äonen ein Strassenfeger. Sobald diese Sendung hochgradiges Bildungsfernsehen läuft verwandeln sich die Städte in Geisterstädte. Niemand ist mehr auf den Straßen Lokalen oder Geschäften, ich kenne niemanden der nicht absolut süchtig danach ist.

Märchenprinzen und Prinzessinen sind out, jede hübsche gebildete Dame sucht ihr Leben lang nur nach ihrem Bauern, sie nehmen alles, Hauptsache er trägt Tierfekalien mit seinen Gummistiefeln in die heimische rustikale Wohnstube. Und die reichen Bauer, deren Gehöft meist größer ist als der Buckingham Pallast, sehen sich nach einer strunzdummen Bäuerin aus Asien.

 Nach all den zahlreichen Folgen, womit 35 Jahre
 lang das Privatfehrnsehen die Bildungselite von
 Montagswanderern in einem östlichem Tal
 motivierte, und in allen Bundesländern eine
 superbe politische Kraft etablierte. Endlich und
 lange erwartet dringt es nun auch in die Gefilden
 von Pappe, bunter Farben und Plastik über, um den
 Brettspielern und Familen das geheißungstvollste
 Werk seit Erfindung des Knöchelchenwerfens auf
 den Tisch zu bringen.
 Eine Anleitung, so etwas profanes, benötigt dieses
 absolute Meisterwerk nicht! Es genügen ein paar
 Zeilen, auf die beiden Seitenteile des
 schachtelfüllenden Inlays bedruckt und im Duktus
 der Zielgruppe beschrieben.

Das Spielziel birgt ungeahnte Spannung, frau muss nämlich einen Bauern aus einem Kartenstapel nehmen, und für diesen eine Frau aus den anderen Kartenstapel suchen.

Wie macht man das?

Jeder Bauer und seine Glückritterin, haben 2-5 Sterne, und die müssen zusammen passen!

Wie kommt man an die Karten?

Frau dreht an einem magisch anmutenden Schicksalspfeill!!!!!!!111elf!!

Chapeau!

Schon beim schreiben dieser Regeln wird es abermals eng im Schritt. Dieses Spiel ist episch, sucht seines Gleichen. Es ist ein Meisterwerk, stammt wahrscheinlich direkt von Luzifer selbst. Dagegen ist Jumanji wie "Kinderschlecken".

Allein wie das Spielbrett glänzt und funkelt, man muss die Fenster schließen, sonst muss man in jeder Sekunde des Spieles Angst haben, vor einem Schwarm Elstern, die sich das Brett greifen und für immer von dannen fliegen! Beim spielen rate ich zu diesen Spezialbrillen, mit denen man eine Sonnenfinsternis betrachten kann, um eure Augen von dem engelsgleichem Glanz zu schonen.

Ich rate unbedingt zur Erhöhung eurer Hausratversicherung, das Spiel verwandelt eure Mitspieler in gierige verschlagene graue Gnome, die Nachts bei euch einsteigen um euch euren "SCHAAATZZsss" zu stehlen.

Genau so muss es Anke ergangen sein, sie hielt die Wirkung dieses Diabolische Bildungswerk nicht mehr aus, und gab es in die treuen Hände von Esther, die wohnt in gänzlich anderen Gefilden, noch hinter Weitweitweg.

Und so geschah es!
Anke fiel ihr ehemals allerbester Ersatzfreund ein, dem sie die wertvollste aller Schachteln zum Transport übergab.

Mir!

So begab ich mich auf eine lange Reise, um den Bauern von Esther, der Landprinzessin zu treffen. Hand in Hand liefen wir so schnell wie wir nur konnten in den Erftstätter Pallast um der Herzallerliebsten von Stefan die frohe Kunde zu überreichen. Alsbald sollte auch Esther in Hochglanz Pappe Ihren Bauer suchen dürfen, obwohl sie schon einen ihr eigen nennt.

Ich selbst hatte ja bereits mehr als genügend Bäuerinnen und auf meine letzten Tage dann doch etwas zur Ruhe gekommen. Ich würde keine Partie mehr überleben und dankte zu erst höfflich, dann aber immer wieder und auch bestimmt zu einer schicksalsträchtigen Runde ab.

Es nützte nichts!

Unerwartet besuchten uns Esther und ihr bereits geblendeter Stefan, in Silkes Domizil in noch weiterweg auf der Unterseite der Erdscheibe, nahe einem winzigen Rinnsales Namens Düssel.

An Stefans Gesichtsausdruck konnte ich schon erkennen, das etwas mit ihm nicht stimmte. Seine Augen waren wie von einem glühendem Doch geblendet.

Es kam wie es kommen musste.

Nun hocke ich hiermit 666 Bäuerinnen, die gemeinsam auf einen IQ von 11 kommen.

Meine Wertung... 11 Punkte für das Spiel.... von 1.000.000.


Epilog

Vor meiner Kenntnis dieses Teufelswerk, hatte ich mich bereits gefragt, warum sich Anke nicht mehr meldet. Entweder wurde sie vom Spiel verschluckt und darbt nun ihr Dasein als eine 7 Sternerin auf einer der Spielkarten, oder sie hat sich auf ewig in Schande verbarrikadiert, weil sie uns dieses Spiel übergab!


http://www.familienbrettspiele.de/bauer-sucht-frau/

http://spieluniversum.blogspot.de/2011/11/gesellschaftsspielbrettspiel-bauer.html

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