Ein Beitrag von Heiko Klein:

Wenn drei Spieler an einem Tisch sitzen und sich gegenseitig mit Churchill, Roosevelt oder Stalin anreden, kann das nur eins bedeuten: Wir spielen Churchill von GMT Games!
Wir sitzen vor einem zweigeteilten Spielbrett, auf der linken Seite sieht man einen Konferenztisch, auf der rechten zwei abstrakte Stilisierungen der beiden Schauplätze des Zweiten Weltkriegs.

Das Spiel kann in entweder fünf oder zehn Konferenzen gespielt werden, in denen jeder Spieler aus einer Gruppe möglicher Themen sich diejenigen heraussucht, die in seinen Augen in dieser Konferenz besprochen werden sollten. 

Durch Karten, die jeweils verschiedene Unterhändler darstellen und verschiedene Aktionen und Operationspunkte aufweisen, ähnlich wie man es aus anderen Card-driven-wargames kennt, lässt sich der Ausgang dieser Themen beeinflussen. Zum Beispiel können die drei Spieler darüber diskutieren, was mit Teilen der russischen Industrieproduktion geschieht.

Churchill will diese eher an der Westfront einsetzen, Stalin braucht diese an der Ostfront, um den Vormarsch aufzuhalten. Nachdem jeder Spieler seine Unterhändler dieser Runde ausgespielt hat, werden die ausdiskutierten Punkte nach einem bestimmten Algorithmus auf den beiden Kriegsschauplätzen der rechten Spielplanhälfte umgesetzt und die nächste Runde beginnt. Für das Erreichen bestimmter Ziele bekommen die Spieler am Ende des Spiels Siegpunkte und derjenige mit den meisten gewinnt - es sei denn er hat mehr als doppelt so viel Punkte wie der zweite, dann gewinnt nämlich dieser. In Konferenzen von solcher Tragweite will niemand über den Tisch gezogen werden. Der Krieg muss beendet werden, aber jeder will sich respektiert fühlen.
Die Kartenmechanik kennt der ein oder andere von Spielen wie Twilight Struggle, Simulationen von Kriegen sind in Brettspielen auch ein alter Hut. Wenn es Kalte Kriege oder simulierte Aufstände sind, die es zu bekämpfen gilt, ist das ungewöhnlich, aber bekannt. Aber simulierte Konferenzen, die den Krieg nur zum Thema haben? Unglaubliche Begeisterung machte sich in mir breit, thematisch unglaublich dicht und man fühlt sich so nah am Thema.

Die Siegbedingung als Alleinstellungsmerkmal, man sieht nicht häufig, dass Spieler dem Gegner helfen und ihm Siegpunkte bewusst übrig lassen. Ich war mehr als begeistert von dem Spiel, weiß aber zugleich, dass man noch mehrere Male spielen muss, ehe man ein Gefühl dafür bekommt, welche Aktion was eigentlich genau bewirkt.

https://boardgamegeek.com/boardgame/132018/churchill

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