von Andreas "DasHü" Hüttig.  Ein erstes Spielgefühl, ein weiteres folgt nach dem nächsten Spiel.

Spoilerfrei:

Gestern abend gabs mit Daniel Wandrei zwei Jahre Kingdom Death: Monster. Ich mag das Spiel, wurde aber nicht komplett eingefangen. Vom Gefühl her hats viel von Robinson Crusoe gemein und das mag ich nicht und die Kämpfe mit den Monstern sind was die KI angeht gut gemacht, allerdings find ich da das doch sehr leere riesen Brett unschön.

Die Miniaturen sind hübsch...aber sackig teuer scheinbar, denn billig kommt KD:M ja nicht daher und über die Minis hinaus hat das Spiel nichts was einen wirklich vom Hocker reißt. Ok, jede der vllt. zweihundert Ausrüstungskarten ist viermal dabei, damit jeder Held eins anziehen kann, was ne Menge Karten ergibt...aber Menge ist halt nicht alles. Das ich ca. 20 Helden in unterschiedlichen Ausrüstungen zusammenbasteln kann, von denen ich aber sowieso nur 4 Spiele...

Die Charaktere haben ein Charakterblatt, die Siedlung hat ein Siedlungsblatt...irgendwie erinnert das ganze stark an ein (miniaturenkampforientiertes) Pen und Paper Rollenspiel, wo man ein paar schlechte Design-Entscheidungen getroffen hat. Statt die Ausrüstung auf dem Bogen einzutragen nehmen wir ein Tableau und legen da Itemkärtchen drauf. Führt zu ner immensen Sucherei, schlechter Übersicht (was will ich craften?) und hohen Produktionskosten.
Ach ja und ab und zu wird dann doch gewürfelt und in ner Liste nachgesehen, statt Karten zu ziehen, weil...warum sollte man sich auf einen Mechanismus beschränken?




Insgesamt ist das Spiel dreigeteilt:

Kampf

 Das Monster, ein paar Geländetoken und die Helden kommen aufs Brett und dann wird sich bewegt und angegriffen. Das Monster richtet sich dabei nach einem Kartendeck, das gleichzeitig seine Lebenspunkte darstellen. Wenn ein Held angreift wird geschaut was er angreift und wie das Monster einen eventuellen Fehlschlag beantwortet.
Schaden am Helden geht erst auf die Rüstung, dann auf leichte und schwere Wunden und danach in schwerste Verletzungen wo man dann mal ein Auge, Arm oder Bein verlieren kann.


Siedlung

Man kehrt (hoffentlich) erfolgreich zurück, hat ein paar Körperteile dabei aus denen man was basteln kann. Ob das Items zum tragen wie eine Knochenaxt sind oder Gebäude an denen man was basteln kann oder "wissenschaftliche Fortschritte", alles ist irgendwie sinnvoll und irgendwie hat man so wenig Resourcen, das man gar nicht weiß was man alles weglässt. Dazu kommen noch Storyelemente wo man Entscheidungen trifft, die das Verhalten der Siedlung auch massiv prägten kann.


Jagd

Man begibt sich auf die Jagd nach einem neuen Monster. Hier werden auf einem Track Karten ausgelegt und nacheinander aufgedeckt. Das kann ein Händler sein, der was zum Tausch anbietet, Resourcen die man unterwegs findet, niederträchtige Fallen des Monsters oder Storyereignisse, die dann z.B. in der nächsten Siedlungsphase triggern.
Wobei die drei Teile nur begrenzt aufeinander Einfluss haben. Alle drei haben Sachen die mir gut gefallen (Kampf -> KI und Hitlocations, Siedlung -> langfristige Verwaltung und Stories, Hunt -> Stories) und Sachen die mir nicht gut gefallen (Kampf -> leeres Board, Siedlung -> VIELE Möglichkeit, SUPERWENIGE Resourcen, Hunt -> starke Zufälligkeit und wenig Impact). Allgemein hätte man es wesentlich günstiger produzieren können, wenn man ein paar sinnvolle Entscheidungen getroffen hätte und das bei dem Preis dann die Karten die gerade mal mittelmäßige Qualität haben ist auch irgendwie blöd.




Alles in allem geb ich ihm 8/10 Punkte, denn das Spiel funktioniert und macht Spaß und hebt sich recht positiv aus dem allgemeinen Mittelmaß hervor. Aber ein Geschmäckle bleibt ob des Preises und der komischen Entscheidungen und es gibt ein paar Sachen die nicht mein Spielgeschmack treffen.



Spoilerwarnung!



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AB HIER SPOILER:

Das Spiel begann damit, dass Herkules, Athena, Garon und Gabriela auf den weißen Löwen auf Einsteigerlevel treffen. Gabriela fängt sich auch erstmal eine direkt aufs Auge und droht zu erblinden, aber nach nochmaligem Nachlesen der Regeln duckt man sich dann schnell noch weg.
Ohne Verluste (mal von Garons geistigem Zustand abgesehen) finden Sie siegreich den Lampenhort und mit 8 weiteren Überlebenden wird eine Siedlung gegründet. Herkules und Gabriela versuchen sich am Nachwuchs, woraufhin Mutter und Kind bei der Geburt versterben  Herkules ist davon so mitgenommen, dass er die nächste Jagd aussetzt (musste er eh wegen einer Verletzung).
Wir bauen drei Gebäude, stellen dort zwei Knochenäxte und zwei Lederbrustpanzer her die Garon und Athena bekommen. Unter den neuen Mitbewohner werden Flugs Sky und Gott-Fried gewählt um bei einer erneute Jagd auf einen weißen Löwen zu helfen.
Die Jagd verläuft gut bis auf die Tatsache, dass der Löwe sich wohl tot stellt um uns hereinzulegen. Glücklicherweise hat Garons Furcht vor scharfen Waffen dazu geführt, dass wir Knochendarts gebaut haben, so dass er aus sicherer Entfernung den Löwen malträtieren kann während der Rest abwartet.
Oder sagen wir "könnte", denn er trifft und trifft nicht. Beim Showdown hilft uns hohes Gras überaus unbeschadet aus der Sache herauszukommen und wieder einmal kommen wir mit ein paar Löwenteilen nach Hause.
Inzwischen ist es Zeit sich um die tote Gabriela zu kümmern, mit einem Funken Hoffnung auf Zivilisation begraben wir sie. Der mitgebrachte Liebestrank geht an "Adam" und "Eva" aus der bisher namenlosen Masse, die auch prompt "Kain" Zeugen, der wegen eines Storyevents und unserer Wahl uns um die Kinder zu sorgen direkt mal mit 3 Einsicht startet...etwas beunruhigend, oder? Es wird eine Harfe gebaut um Monster zu besänftigen, ein Löwenstoßdolch (der richtig rockt, wenn man einen zweiten davon zusammenbekommt) und noch etwas Rüstung, während Kain die "Reste" studiert um weitere Einsicht zu erhalten. Und zu guter letzt zeugen Adam und Eva noch Abel.
Ich bin gespannt wies weiter geht...aber auch obs überhaupt weiter geht. 7th Continent hat mich mehr gepackt, da stehen noch ein paar Erkundungstouren an und auch sonst hat der gute Daniel einiges im Schrank was mich noch reizt, mal schauen ob KD:M für mich nochmal auf den Tisch kommt.

Vom Gefühl her. Es ist hoch depressiv, Resourcen sind knapp bis rar und ein schlechter Würfelwurf kann dir stundenlange Arbeit kaputt machen. Wer diese Art Herausforderung mag, wird sich bei KD:M zuhause fühlen.

Letsplay https://www.youtube.com/watch?v=4H9H9Xw1iNs
Unboxing https://www.youtube.com/watch?v=j0lh_FhBj0Q
MegaRezi https://www.youtube.com/watch?v=lRpLe3BNUbU
Erweiterungen https://www.youtube.com/watch?v=kIRZNHdIA_A

Kickstarter
 
https://www.kickstarter.com/projects/poots/kingdom-death-monster-15



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