Polis: Fight for the Hegemony


Polis ist ein Brett- und Strategiespiel des amerikanischen Spieleautors Fran Diaz. Das Spiel für genau zwei Personen ab Zwölf Jahren. Polis wurde im Jahr 2010 ursprünglich in einer Versionen zum selbst ausdrucken angeboten, ab 2012 in einer professionellen Version zuerst in englisch und spanisch, später auch in deutsch, von den Verlagen Asylum Games, Mercury Games und Pegasus Spiele herausgebracht.Das Spiel handelt von den Poleis, den griechischen Stadtstaaten, 5. Jahrhundert vor Christus, in der die beiden größten griechischen Poleis, Athen und Sparta, in den Peloponnesischen Kriegen um die Vorherrschaft kämpften. Im Spiel spielt einer Seite Athens, der andere Spartas um Handel, Ressourcen, Expansion durch militärische Stärke oder durch Diplomatie, vor allem aber um Prestige. 
Jeder Spieler bekommt eine Fraktion zugelost, jeder erhält zum Start drei Poleis, inkl. Bürger, Hopliten, Galeeren, Handelsschiffe und Ressourcen, Wein, Oliven, Holz, Eisen, Silber und Prestigepunkte. Gespielt wird abwechselnd, auf einem Spielplan welcher Griechenland zeigt. Zu Beginn einer Runde kommt es immer zu einem Ereignis welches einzeln pro Fraktion ausgespielt wird. Die Spieler besitzen jeweils drei Städte, und müssen weitere Städte, entweder durch Eroberung oder durch Diplomatie, in Ihren Verbund bringen, Ressourcen in den Regionen sammeln und mit diesen Handel treiben. Um so mehr Städte, Bürger, und fertiggestellte Projekte, um so mehr Prestige erhält man. Jeder Spieler spielt zwei Aktionen nacheinander, aus einer Auswahl von 12 Aktionen, muss aber zwei unterschiedliche Aktionen in seinem Zug machen, oder mit einer seiner Aktionen passen. Passen beide Spieler, ist eine von 4 Runden beendet. 
Das Spiel endet vorzeitig, sobald ein Spieler am Ende einer Runde kein Prestige mehr besitzt, oder seine Hauptstadt nicht mehr ernähren kann. Nach der vierten Runde endet das Spiel regulär. Der Spieler mit den meisten Prestigepunkten gewinnt.

Regeln nicht zu komplex, Spielmaterial aus stabiler Pappe und Holz, das Artwork ist gut, es hat einige gute Mechaniken, Ressourcenmanagement, einen dynamischen Markt, es gibt einen W4 Würfel, aber man kann sich aussuchen welches Risiko man eingeht, muss oft gar nicht erst würfeln, die Kampfkarten kann man auch so geschickt ausspielen, das man zumindest nicht verliert, man hat keine Sekunde Langeweile, es gibt nahezu keine Downtimes. Beide Seiten spielen sich unterschiedlich, es gibt Ereignisse und Projekte, die jede Partie anders machen. Kurz... wie finde ich es?



Ich könnt es sofort nochmal spielen, und dieses Gefühl hab ich nach 4,5 Stunden spielen nur sehr selten bei einem Spiel. Eine Perle in meinem Regal. Nach anfänglicher Skepsis ob das Ersteindruck überhaupt mit der Spielmechanik und den Spielspaß mithalten kann, wurden meine hohen Erwartungen an das Spiel sogar noch übertroffen. Es ist zwar komplex aber nicht kompliziert. Es wirkt auf mich perfekt ausbalanciert.
Das Bewegunsgsystem ist toll... die Kombination aus Ressourcenmanagment, Aufbau und Kriegsspiel ist gut und der Übergang ist fließend.

Das kleine Kampfkartenspiel ist überragend und nicht so zufällig als es auf den ersten Blick scheint. Insgesamt liegt ein derart gutes 2 Spieler Spiel vor was im Grunde so perfekt ist, dass man kaum glauben mag, dass es das Erstlingswerk des Verlags ist und erst das zweite des Autors ist.
Polis ist ein anspruchsvolles, reizvolles, ausgewogenes thematisch stimmiges Spiel. Es ist trotz Eroberung und einem Kampfsystem kein typisches Kriegsspiel, sondern mit den Elementen von Bevölkerungs- und Kulturaufbau, Bewegung auf einer Landkarte, und Handel, ein strategisches und taktisches Meisterwerk. Für Abwechslung ist durch die unterschiedlichen Projekte, als auch die Ereignisskarten, und auch die verschiedenen Szenarios gesorgt.




Hier eine Variante der Belagerung, welche ohne Würfel auskommt, 
vom Spielautor:

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Die belagerten Polis müssen neutral sein oder dem Gegner gehören. Ein Spieler kann eine neutrale Polis nicht belagern, wenn sie bereits vom Gegner belagert wird. Der Spieler muss so viele (oder mehr) Hopliten auf dem Territorium der Polis haben, wie sein Festungswert, um ihn zu belagern. Es ist nicht notwendig, das Territorium zu kontrollieren. Wenn ein Spieler bereits gepasst hat, darf der andere (verbleibende) Spieler während der restlichen Runde keine neue Belagerung beginnen. Es ist ihm jedoch erlaubt, seine eigenen laufenden Belagerungen fortzusetzen (siehe unten). 

Wenn es in einem Gebiet zwei Poleis gibt, können beide jederzeit während des Spiels belagert werden, auch wenn der andere bereits belagert ist. Dies kann zu zwei unterschiedlichen Situationen führen:
1. Zwei Spieler belagern eine andere Polis im selben Gebiet.
Das ist möglich, aber wenn die Gesamtzahl der Hopliten das Maximum (8) überschreitet, führt das zu einer Schlacht (wie üblich). Als Folge kann eine Belagerung scheitern (siehe unten), und alle Bemühungen wären vergeblich gewesen. Es ist ein riskantes Unterfangen, also nutzen Sie es nur, wenn sich die Belohnung lohnt.
2. Ein Spieler belagert beide Poleis desselben Territoriums.
Dies geschieht durch die Verwendung DER GLEICHEN Hopliten, die im Territorium stationiert sind. Beispiel: Wenn Sie 4 Hopliten in Sikelia haben, können Sie sie benutzen, um sowohl Syrakousai als auch Gela zu belagern. Es handelt sich jedoch um zwei getrennte Belagerungen. Sie müssen beide Belagerungen separat starten und auch beide Belagerungen separat vorantreiben.

Legen Sie als Aktion  eine "Belagerungsscheibe" (eine Scheibe Ihrer Farbe) neben die Polis auf dem Brett. Wenn es sich um die erste solche Scheibe handelt, wird die Belagerung eingeleitet. Wenn sich neben der Polis bereits eine Scheibe Ihrer Farbe befindet, legen Sie eine weitere auf die Polis (d.h. Sie schieben die Belagerung vor). 
Sie müssen Prestige nicht bezahlen, um eine Belagerung zu initiieren oder voranzutreiben!

Wenn nach dem Einlegen einer Scheibe so viele "Belagerungsscheiben" gestapelt sind, wie der Wert der Befestigung der Polis, ist die Belagerung erfolgreich. Der Spieler muss nun 1 Prestige-Punkt (nicht an den anderen Spieler) zahlen und übernimmt die Polis mit seiner aktuellen (wenn sie zum Feind gehörte) oder Basisbevölkerung (wenn sie neutral war). 

Zusätzlich kann er sich dafür entscheiden, eine seiner belagerten Hopliten in der Polis zu platzieren - die so genannte "Garnisonsaufstellung". Dies ist nur mit Poleis möglich, die weniger Einwohner haben als ihre Grundgesamtheit.

Schließlich erhält der Spieler so viel Prestige wie der Wert der von ihm belagerten Polis, entfernt alle "Belagerungsscheiben" und legt wie üblich eine Scheibe auf die Polis auf dem Brett (ggf. die gegnerische Scheibe ersetzen).

Wenn der Spieler, der eine Polis belagert, nicht genügend Hopliten im verwandten Territorium hat (aufgrund einer Bewegung oder nach einem Kampf), um mit der Belagerung fortzufahren, muss er alle "Belagerungsscheiben" entfernen, die bereits neben der Polis gestapelt sind.

Am Ende einer Spielrunde werden alle "Belagerungsscheiben" beider Spieler (d.h. diejenigen, die nicht zu einer erfolgreichen Invasion der Polis geführt haben) vom Brett entfernt.