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Uhhh, ein Kartenspiel zu filmen, mit Karten in der einen Hand, und dem Handy in der anderen ist keine so dolle Idee... schaut es euch trotzdem an, man sieht etwas vom Spielmaterial und auch welches Spielgefühl wir hatten. Irgendwo hab ich mein noch unbenutztes Stativ rumfliegen....
Folie ab, Karton geöffnet und da finden sich seltsame gefalzte Quadrate in der Schachtel.

Mitspieler: 2-4 Alter: ab 10 Jahre Dauer ca. 60-90 Min

Ahh das ist kein Spielmaterial, sondern die kann man falten die Dinger passen genau in die Schlitze des Inlays und man hat viele Kartenfächer zum sortieren. Allerdings viel zu viele, das schaut aus, als würde da noch Karten für eine Erweiterung reinpassen. Gibts aber momentan keine. Vorab, bringt eine heraus, ich würde sie kaufen! :-)

Worum gehts?


Kohle!

Und zwar in Essen. Der eine oder andere Brettspieler kennt die kleine Stadt im Pott ja durch die jährlichen Besuche der weltweit größten Brettspielmesse. Im Spiel gehts es um das fördern und transportieren von Kohle, dem erledigen von Aufträgen, und dem optimalen planen der benötigten Ressorcen, Arbeiter, Multiplikatoren und Transportmittel.

Warum das "große" Kartenspiel?


Weil es bereits ein Brettspiel gleichen Namens gibt und "grosse" weil davon ein Kartenspiel abgeleitet wurde, es aber deutlich gemacht werden soll, dass es nicht nur eine abgespeckte Version ist. Das "große" Kartenspiel aber auch deshalb, weil es sogar mehr Platz auf dem Tisch benötigt als das Brettspiel! Wie hatten nur zu zweit bereits unseren extrabreiten Tisch soll, auf dem wir sonst locker zu 6 spielen. Das Kartenspiel ist nämlich fast keines, man baut mit den Karten in der Tischmitte einfach das Spielbrett nach, dazu noch seine eigene Ablage vor sich UND man hat noch Karten auf der Hand. Wenn man gewollt hätte, hätte man auch die Spielertabeaus noch durch Karten hinlegen können, und das Spiel hätte in eine normale Kartenspielschachtel gepasst.

Wo liegt genau der Unterschied zwischen Brett und Kartenspiel Version?

Die Kartenspielversion hat ein besonderes Gimmick weniger. In der Brettspielversion hat jeder Spieler einen Aufzugsschacht und holt damit die Kohle aus dem Bergwerk. Die Kartenspielversion muss ohne diesem Schacht auskommen, die Kohle ist bereits auf den Loren und diese zieht man profan von einem Kartenstapel. Dafür spielt sich die Kartenversion aber auch viel flüssiger, die Brettspielversion hat deutliche Downtimes.

Ich mag das Spiel, wobei es zu zweit, wie viele Spiele, etwas taktischer ist. Nur zu zweit schaut man halt auch was man dem Mitspieler so liegen lässt, oder kann über 1-2 Spielzüge überblicken, was er einem nicht wegschnappen wird. Bei mehreren Spielern ist das was man selbst an Kram benötigt mit höherer Wahrscheinlichkeit bereits vergriffen.

Auch die Mechanik, das ein Aktionsfeld, wenn durch einen Arbeiter bereits belegt, nicht blockiert ist, sondern nur teurer mit immer einen zusätzlichem Arbeiter aktiviert werden kann, macht das Spiel zu einem Knobler. Die Mechanik würde auch so manches andere Workerplacmentspiel aufwerten.

Kritik von Spielama war, das beim Brettspiel nicht nur zwei, sondern immer vier Loren usw offen ausliegen, und es damit nicht so glückslastig wäre. Wie heißt das Spiel nochmal? "GLÜCK auf", da darf der Name doch Programm sein, oder?  :-)

 Allerdings gibt es in beiden Spielversionen eine spezielle Aktion um das Glück zu minimieren, in dem man einen Stapel in den obersten Karten durchsuchen kann. Die Kritik find ich unpassend, spricht gegen den Spieltitel und gegen die implementierte Spielmechanik. Zusätzlich hindert einen ja niemand, auch beim Kartenspiel nicht nur 2 Stapel, sondern 4 offen auszulegen.

Was bei dem Spiel aber immens wichtig ist, ist das Karten mischen! Und zwar nicht nur so ein bisschen wie beim Skat oder Doppelkopf, sondern hier muss so gemischt werden, das möglichst keine 2er und 3er Farben beieinander liegen. Dies ist eines der Mechaniken, solche gleiche Karten zu bekommen. Ich würde sogar empfehlen, die Karten im Stapel so zu sortieren, das KEINE der Farben aufeinander folgt und evtl. einmal grob mischen.

Eine Kritik am Brettspiel war, das es die hässlichsten Geldscheine seit es Brettspiele gibt hat. Sogar noch schlimmere als die von Monopoly. Die fühlen sich nicht nur mies an, die sehen sogar noch hässlicher aus und sind zudem alle gleich groß und alle in der selben Farbe. Das ist so 80er Jahre, das man im Kartenspiel direkt mal auf das Gefummel mit dem Geld verzichtet hat. Man kauft die Karten einfach ohne Geld.

Nun kritisiere ich selbst auch mal was, und zwar fiel mir beim auspacken bereits auf, das der Deckel der Schachtel nicht ganz zu ging. Das liegt daran, das der Wertungsblock ziemlich dick ist, und das Inlay weder Platz dafür lässt, weder drin noch oben drauf. So bleibt die Schachtel wegen den Block immer etwas offen. Er würde in die Aussparungen der Spieltableaus passen, wenn er nur etwas kleiner wäre. Da hat jemand nicht mitgedacht. Allerdings benötigt man den Wetungsblock nicht, die Punkte bekommt man auch sehr gut ohne gezählt. Entweder weg damit, oder ein Blatt als Beispiel rein oder laminieren. Bei BGG hat deswegen jemand seine Spieltableaus entsprechend ausgeschnitten, krass gruselig. :-)

Die Spielregeln selbst sind in ein paar wenigen Minuten erklärt, und danach muss man auch nichts mehr nachlesen. Es spielt sich flüssig, ist auch für Wenigspieler geeignet. Als Vielspieler fand ich es etwas zu wenig, aber das liegt nicht an der Kartenspielversion, auch die Brettspielversion ist eher leichte Kost. Ich würde trotzdem beide Versionen jederzeit wieder mitspielen.





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